Darum ist Homosexualität keine Modeerscheinung

Homosexualität ist keine Modeerscheinung. Foto: imago

Gesellschaft

3 Gründe, warum Homosexualität keine Modeerscheinung ist

"In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist", sagt Papst Franziskus. Aus historischer Sicht ist das Blödsinn.

5. Dezember 2018 | Aktualisiert: 10. Februar 2021

Grund 1:

Weil Mode sich wandelt

Homosexualität und Homoerotik sind seit der Antike durchgängig dokumentiert. In allen Gesellschaften gab es also Menschen mit homo- oder bisexueller Orientierung – und vermutlich noch vielen anderen.

Der Begriff „Homosexualität“ selbst wurde erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Der ungarische Schriftsteller und Journalist Karl Maria Kerbeny soll ihn geprägt haben.

Grund 2:

Weil Mode zeitlich begrenzt ist

Auf wen wir stehen, können wir nicht beeinflussen. Die sexuelle Orientierung ist nichts, was wir austauschen können wie Paar neue Sneaker. Wie unsere sexuelle Orientierung genau entsteht, ist unklar.

Wissenschaftler vermuten, dass soziale, kulturelle und biologische Faktoren eine Rolle spielen. In der Biologie werden beispielsweise epigenetische Mechanismen erforscht.

Grund 3:

Weil Mode den Zeitgeist spiegelt

Mode ist definiert als ein „auf bestimmte Zeit favorisiertes Verhalten“ (Haberler, S.24). Auch wenn gesellschaftliche „Bestrafungen“ dazu führen können, dass Menschen ihre Sexualität nicht offen ausleben: Die Geschichte zeigt, dass das an der sexuellen Orientierung selbst wenig ändert.

Ob früher im Nationalsozialismus oder heute in autoritären Regimen: Homosexualität hat es unabhängig vom Geschmack der Gesellschaft immer gegeben. Selbst dann, wenn die sexuelle Orientierung wie im Dritten Reich mit dem Tod bestraft werden konnte.

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Ildiko Holderer: Wissenschafts- und Digitaljournalistin mit dem Schwerpunkt Psychologie, Neurologie und Social Media.