Gibt es ein Gen oder eine bestimmte Hirnstruktur für Homosexualität?

Was ist alles in unserer DNA codiert? Quelle: WDR

Homosexualität

Gibt es ein Gen oder eine bestimmte Hirnstruktur für Homosexualität?

Homosexualität ist völlig normal und angeboren – genau wie Heterosexualität auch. Das ist es, was die Forscher zeigen wollen (von denen einige übrigens selbst homosexuell sind).

29. April 2021 | Aktualisiert: 29. April 2021 | 19 Kommentare

Die Erforschung der biologischen Ursprünge von Homosexualität

Frau liebt Frau und Mann liebt Mann: Schätzungsweise zwischen ein und sechs Prozent aller Europäer fühlt sich ausschließlich zum eigenen Geschlecht hingezogen.

Während Homosexualität für viele mittlerweile ganz normal ist, stößt sie bei manchen Menschen immer noch auf Ablehnung. Dabei gibt es mittlerweile viele Hinweise darauf, dass Homosexualität angeboren und damit eine ganz normale Ausprägung unserer sexuellen Orientierung ist.

Trotzdem gibt es Therapien gegen Homosexualität

Sogenannte Konversionstherapien, in denen Geistliche, Psychotherapeuten und selbsternannte Coaches versuchen, Menschen ihre sexuelle Orientierung auszureden. Sie verlaufen nicht einheitlich – Maßnahmen dieser Pseudotherapie sind neben indoktrinierenden Gesprächen auch Elektroschocks, während derer Pornos gezeigt werden. Das berichten Betroffene.

In der medizinischen Fachwelt herrscht seit Jahren Konsens, dass diese Therapien schwerwiegende psychische Belastungen wie Depressionen, Angsterkrankungen und ein erhöhtes Suizidrisiko nach sich ziehen können.

Der Bundestag hat am 07.05.2020 dubiose Therapien zur vermeintlichen Heilung von Homosexualität unter Strafe gestellt. Bei Minderjährigen unter 18 Jahren sind sie künftig verboten, bei Erwachsenen dann, wenn sie nicht freiwillig zugestimmt haben.

Kann man Homosexualität im Hirn nachweisen?

Eine besondere Struktur im Gehirn von Homosexuellen fand der Neurowissenschaftler Simon LeVay erstmals 1990. In einer kleinen Studie untersuchte er 19 homosexuelle und 16 heterosexuelle Männer.

Er fand heraus, dass eine bestimmte Zellregion bei den heterosexuellen teilweise zwei- bis dreimal so groß war wie bei den homosexuellen Männern der Stichprobe. Die betreffende Stelle im Hypothalamus wird mit dem Sexualverhalten in Verbindung gebracht, da sich hier viele Rezeptoren für Geschlechtshormone befinden.

Sexuelle Ausrichtung im Hirn erkennbar

Eine weitere Erkenntnis hatte eine Arbeitsgruppe um den Neurobiologen Roger Gorski kurze Zeit später. Ein Faserbündel, das sich quer durch die Mittelebene des Hirns zieht, war demnach bei heterosexuellen Männern am unscheinbarsten, größer bei Frauen und am stärksten ausgebildet bei homosexuellen Männern.

Das zeigt: Die sexuelle Orientierung kann man also durchaus im Gehirn sehen. Ihr Ursprung ist damit aber noch nicht geklärt. Fraglich ist etwa, ob die Strukturunterschiede im Hirn für die sexuelle Orientierung sorgen oder die sexuelle Orientierung für die Strukturunterschiede. Klären konnten die Forscher das bislang nicht.

Gibt es ein Gen für Homosexualität?

Eine weitere Erklärung für die unterschiedlichen sexuellen Orientierungen vermuten Forscher in unseren Genen. Das könnte heißen, dass Homosexualität erblich ist. Soviel vorab: Ein einzelnes Gen für Homosexualität wurde bisher noch nicht entdeckt.

Die Annahme, Homosexualität sei durch ein einzelnes Gen beziehungsweise einen Genabschnitt bedingt, bestand allerdings sechs Jahre lang. 1993 entdeckte der US-amerikanische Forscher Dean Hamer einen Bereich auf einem Chromosom, den er mit der männlichen Homosexualität in Verbindung brachte.

Sechs Jahr später wurde die Annahme von Hamer allerdings revidiert: Eine andere Forschergruppe konnte seine Ergebnisse nicht wiederholen und somit auch die These nicht bestätigen.

Verschiedene Genbereiche weisen auf Homosexualität hin

Der Psychologe Brian Mustanski von der University of Illinois in Chicago entdeckte mit seiner Forschungsgruppe aus Psychologen und Gentechnikern 2005 dann drei Bereiche im männlichen Erbgut, die die sexuelle Orientierung beeinflussen könnten. Die Arbeit wurde 2005 in der Fachzeitschrift Human Genetics veröffentlicht.

Die Forschungsgruppe untersuchte das gesamte menschliche Erbgut von 456 homosexuellen und heterosexuellen Männern nach Auslösern für die sexuelle Orientierung. Diese stammten aus 146 Familien, in denen es zwei oder drei homosexuelle Söhne gab.

Die Forschungsgruppe stieß auf drei DNA-Strecken, die bei 60 Prozent aller homosexuellen Männer übereinstimmten. Eine reine Zufallsverteilung hätte nur eine Übereinstimmung von 50 Prozent ergeben. Die drei Genabschnitte deuteten also auf die sexuellen Präferenzen der untersuchten Männer hin.

2018 wurde dann von Wissenschaftlern des Bostoner Broad Institute die bisher umfassendste Untersuchung zur Genetik der sexuellen Orientierung auf einer Tagung vorgestellt.

Genetische Auffälligkeiten

Die Forscher kamen zu ähnlichen Ergebnissen wie die Gruppe um Mustanski: Die Wissenschaftler hatten genetische Daten von 475.000 hetero- und homosexuellen Menschen untersucht und festgestellt, dass weder ein einziges Gen noch eine einzelne genetische Region eines Menschen die sexuelle Orientierung beeinflussen.

Sie fanden stattdessen mehrere verschiedene genetische Marker auf verschiedenen Chromosomen, die bei schwulen Männern häufiger waren. Zwei weitere Gengruppen traten außerdem bei lesbischen Frauen gehäuft auf.

Es dauerte noch mal mehr als ein Jahr bis die Forscher die Ergebnisse in einer Studie veröffentlichten. Das Fazit dieser Ausarbeitung überrascht nicht: Die Daten gaben laut der Forscher „Hinweise darauf, dass das Sexualverhalten ein sehr komplexes Merkmal ist“ und es keine „eindimensionale Sexualität“ gebe. Außerdem konnten sie keine Muster finden, „mit denen man das Sexualverhalten einer Person sinnvoll vorhersagen oder identifizieren könnte“.

Homosexualität – nicht nur eine Frage der Gene

Würde das Merkmal Homosexualität ausschließlich durch direkte Vererbung weitergegeben, müsste es allerdings nahezu aussterben. Ein etwas jüngerer Ansatz sucht den Ursprung der sexuellen Orientierung daher in der Schwangerschaft.

Umwelteinflüsse und Prozesse im Körper sorgen dafür, dass sich Gene zu diesem Zeitpunkt noch leicht verändern. Die Vermutung: Unter gewissen Voraussetzungen werden die Genabschnitte für Homosexualität, vereinfacht formuliert, ein- oder ausgeschaltet.

Vor einigen Jahren stellten Forscher beispielsweise fest, dass homosexuelle Männer überdurchschnittlich oft mindestens einen großen Bruder haben. Die Ergebnisse wurden zuletzt 2018 in einer Metaanalyse bestätigt.

Mutter bildet Antikörper

Eine mögliche Erklärung fanden Wissenschaftler im Jahr 2017: eine Immunreaktion der Mutter. Und zwar auf das Protein, das an der Entwicklung jener Hirnareale beteiligt ist, die die sexuelle Orientierung von Männern bestimmen.

Manche Mütter bilden während ihrer ersten Schwangerschaft Antikörper gegen dieses Protein – und diese wirken dann bei einer zweiten Schwangerschaft. Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen dieser Immunantwort und der späteren sexuellen Orientierung der jüngeren Brüder.

Allerdings hat nicht jeder Homosexuelle auch einen älteren Bruder – und auch für Frauen wurde bisher kein derartiger Mechanismus entdeckt. Für diese Fälle gibt es noch weitere Ideen.

Väter und Mütter als Vorbild?

Eine Hypothese geht zum Beispiel davon aus, dass Frauen unter bestimmten Bedingungen ihre sexuelle Orientierung zum männlichen Geschlecht an den Sohn vererben können – und Männer umgekehrt ihr Interesse an Frauen an ihre Töchter. Die Überprüfung der These steht noch aus, sie gilt aber als plausibel.

Weil bisher keine dieser Erkenntnisse eindeutig sind, wollen Forscher sich auch nicht auf eine einzige biologische Ursache für Homosexualität festlegen. Eine Mischung aus verschiedenen Faktoren gilt bisher als am wahrscheinlichsten.

Es ist also vermutlich noch etwas Forschung nötig, um auch die letzten homophoben Gruppen davon zu überzeugen, was den meisten Menschen sowieso schon bewusst ist: Welches Geschlecht man liebt, kann niemand beeinflussen.

 

Autorin: Luisa Pfeiffenschneider und Lara Malberger

19 Kommentare;

  1. Theorie Vorschlag, (spielt im Schwangerschaft)
    Das sexuelle Geschlecht ist eine Art Software, die Festschreibung welche Hormone, in welche Kombinationen ind in welche Mengen freigesetzt werden bei bestimmte Anreize.
    Diese Festschreibungen werden zeitlich genetisch bestimmt und inhaltlich durch den aktuelle Hormonpegel. Diese Pegel schwanken noch stark und dadurch koennten auf zwei nah an einander liegende Zeitpunkte, unterschiedlichte sexuelle Geschlecht Programme festgeschrieben werden.
    Diese Festschreibungen sind nicht aenderbar.
    Jahren spaeter kommt durch Selbstwahrnemung, Soziale Austausch und Normierung und durch Erfahrungen die entgueltige sexuelle Identitaet.
    Wein die Hormon-Programmen festgeschrieben werden waerend die Schwangerschaft, bilden die ein eigenes Antriebsfeld neben das genetische und Soziales.

    Es ist also ein biologischer Untersuchungsfeld,

  2. Ich hoffe wirklich, dass der Anteil von homophoben Menschen runtersinkt. Kein Mensch sollte verurteilt/ausgeschlossen/verletzt werden, nur weil er homosexuell ist. Und dass man in einigen Ländern auch noch die Todesstrafe bekommt…am Ende wollen diese Menschen doch nur lieben, wen sie wollen, oder nicht?

  3. „Welches Geschlecht man liebt, kann niemand beeinflussen.“

    Diese Schlussfolgerung stimmt dann ja genau nicht, wenn man vorher Ursachen untersucht. Dann nämlich kann und wird man versuchen, diese Ursachen zu ändern.

    1. Okay, aber warum würde man es denn ändern wollen? Es ist ja in keiner Hinsicht schädlich, homosexuell zu sein. Warum sollte es ein Problem für jemand unbeteiligten darstellen, dass zwei Männer oder zwei Frauen sich lieben?

  4. Die Arbeit von Levay wurde viel kritisiert und schlussendlich widerlegt. Absurd und unplausibel ist diese „Vorbildsthese“.

    Verkehrt finde ich an gutgemeinten Artikeln wie diesen die Schwarz Weiß Malerei. Also es gibt „die Heterosexuellen“, und die sind „so“, und dann gibt es „die Homosexuellen“, und die sind „so“.

    Anstatt biologische, hm, „Rassenlehre“ mit leider oft dazugehörigen fixen Zuschreibungen oder Abwertungen betreiben zu wollen, könnte man ganz einfach die klassische These aus der Psychologie akzeptieren, dass beide Geschmacksrichtungen in uns angelegt sind und in verschiedenen Situationen oder aus verschiedenen Gründen eine Vorliebe dominiert oder aktiviert wird (vgl die Arbeiten von Kinsey oder Morgenthaler).

    1. Weil wir glauben, dass das ständige Aufschreiben der weiblichen UND männlichen Form den Lesefluss stört.
      Wir haben uns deswegen dazu entschieden, mal die weibliche und mal die weibliche Form zu benutzen.

    2. Was gendern mit Homosexualität zu tun hat bleibt ihr Geheimnis.
      Tatsache ist das es Homosexualität gibt und ich überhaupt keine Schwierigkeiten habe damit umzugehen.Für mich sind alle Menschen gleich, man braucht auf beiden Seiten nur gegenseitigen Respekt und Anerkennung der jeweiligen Sexuellen Ausrichtung dann klappt das zusammenleben Wunderbar

    3. Gendern gehört zu den Sachen der gesellschaftlich die niemanden interessiert und auch kein wirkliches nachhaltiges und sinnvolles Ziel verfolgt. Das entstand nur daraus, dass man -mal wieder nach problemen gesucht hat wo keine sind. Traurige welt. Wer gendern ernst nimmt hat nichts gelernt.

      1. Dieser Kommentar wird dem Thema nicht gerecht. Bei Wörtern, die Menschen(gruppen) beschreiben, haben grammatisches Genus und Sexus miteinander zu tun, denn das Genus beeinflusst, welches Sexus sich die:der Rezipient:in beim Hören / Lesen vorstellt. „Arbeiter“ und „Jemand, der arbeitet“ sind nicht geschlechtsneutral, eine Mehrheit hat beim Lesen einen Mann vor Augen (und bevor Ihr „Ich nicht!“ schreibt: Das ist empirisch belegt. Mag sein, dass Ihr die Ausnahme seid, vielleicht seid Ihr aber auch einfach nicht ganz ehrlich mit Euch selbst).

        Wenn wir kommunizieren, wollen wir alle Menschen ansprechen – Frauen, Männer, Nicht-Binäre (und um dem vorzugreifen: Ja, es gibt mehr als zwei Geschlechter, wissenschaftlich unbestritten, auch im biologischen Sinne). Wer sprachlich nie ausgeschlossen wurde, dem mag es leicht fallen, das lächerlich zu finden. Wir sind jedenfalls der Meinung, dass, wer alle meint, auch alle ansprechen sollte, und dass Worte und Sprache nicht zu unterschätzende Kräfte haben.

        Zum Thema Gendern haben wir den quarks.de-Hintergrundartikel „Geschlechtergerechte Sprache: Was Gendern bringt – und was nicht“ (26.03.2021) und das „Quarks TabulaRasa“-YouTube-Video „Was bringt Gendern wirklich?“ (27.03.2021) veröffentlicht. Da findet Ihr weiterführende, evidenzbasierte Information und auch einen Platz zum Darüber-Diskutieren.

  5. „Es ist also vermutlich noch etwas Forschung nötig, um auch die letzten homophoben Gruppen davon zu überzeugen, was den meisten Menschen sowieso schon bewusst ist: Welches Geschlecht man liebt, kann niemand beeinflussen.“
    Gerade den letzten Satz gilt es ja zu belegen oder zurückzuweisen. Sie wissen trotz der kritischen Anmerkungen im eigenen Artikel aber schon was herauskommen wird. Der Artikel firmiert also unter : Weißsagungen von Luisa Pfeiffenschneider und Lara Malberger. Wenn jeder weiß, was die Wissenschaft noch nicht belegt hat, dann wurden erfolgreich starke Mythen aufgebaut.

    1. Was mich auch stört ist, dass Wissenschaftler:innen beim Lesen viel zu gern Wissenschaftlerinnen ausgesprochen wird. Dabei meint man aber Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Bequemer wäre es einfach Wissenschaftler zu sagen. Andernfalls löst man das Problem nicht, sondern verschiebt es nur. Ein besserer Weg wäre es, komplett die geschlechtsspezifischen Wörter abzuschaffen, wie im Englischen. Somit gäbe es männliche Wissenschaftler und weibliche Wissenschaftler. Und die Mehrzahl wäre dann ganz geschlechtsneutral Wissenschaftler.

      1. Wie wäre es, wieder den Menschen an sich ins Zentrum des Denkens und Handelns zu rücken?
        Das Wort „Mensch“ ist in der deutschen Sprache nun mal maskulin. Gerade vor dem Hintergrund diverser Sexualität scheint mir essentiell, sich darauf zu besinnen.

  6. Die Sicherheit der Argumentationder Redakteure bewegt sich auf dem Niveau des Nachweises homöpathischer Medikamente. Könnte, möglicherweise, Hinweise daß, nicht auszuschließen usw. alles wird eingeschränkt und bewegt sich auf dem Niveau von nicht völlig auszuschließnenden Möglichkeiten.
    Wem hilft das eigentlich?
    Daß homosexuell empfindende Menschen oder solche die ihre Identität als homosexuell betrachten ihr Leben leben sollten und dürfen, wie sie wollen und das Diskriminierung geächtet werden muß, versteht sich von selbst, aber daß man selbst Stichproben von 19 -30 Personen wie LeVay als Beweise nimmt, spricht Bände für den wissenschaftliche Standard der mit diesen krampfhaft wiederholten Untersuchungen belegt wird. Es muß da doch was zu finden sein, was jede Bemühung freier Bewegung zwischen den Identitäten unmöglich macht.
    Wissenschaft wäre, wenn die gegenteilige Meinung, auch von namhaften Psychologen und Pädagogen erörtert würde, wenn abgewogen würde. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Mensch von seinem prägenden Umfeld in seiner Entwicklung in Richtungen gelenkt wird, die er frei wählend nicht eingeschlagen hätte, ist groß. Wird man zölibatär lebender Priester, weil man ein entsprechendes Gen hat, Päderast, weil man ein entsprechendes Gen hat, definieren unsere Gene unser Bedürfnis nach Macht, nach Unterwürfigkeit, nach Geldgeilheit usw. ? An diesem Leben kann man einfach nichts machen! Alles festgelegt. So ein Pech!
    Daß sich gemeingefährliche Tharapieversuche wie Elektroschocks und Zwangskonversionsversuche verbieten, liegt auch auf meinem ethischen Horizont, aber das man sich Klarheit über seine Lebensorientierung verschaffen möchte, daß man der Not, die oft aus dem Druck durch Umweltnormen entsteht, etwas entgegensetzen möchte, gehört doch eigentlich zu unserem gesellschaftlichen Standard. Bedeutet aber auch den Druck den Aktivisten der Gay-Community aufbauen, als solchen wahrzunehmen.
    Zur Rebiologisierung der Homosexualität und deren Funktion s. Rainer Herrn in http://www.med.uni-magdeburg.de/jkmg/band-35-2001-leitlinien/
    Warum also nun mit schweren Gesetzestoren verschließen, was zur freien Wahl der sexuellen Orientierung führen kann. zB. die Therapie von Nicolosi , ehemals hochrangiges American Psychological Society Mitglied, der großen Wert darauf legt, genau dies zu erreichen. Ziel ist bei ihm zB. nie Homosexuelle umzudrehen, sondern ihnen Klarheit über sich selbst zu verschaffen.
    Die meisten, die Nicolosis Ansatz für Teufelswerk halten, haben ihn nicht einmal gelesen. Joseph J. Nicolosi, Scham und Bindungsverlust. https://docplayer.org/26108040-Scham-und-bindungsverlust.html. Ich kann seinem Ansatz nichts Menschenverachtendes oder Unaufgeklärtes erkennen.
    Lest doch mal selbst!

    Wer einen gleichgeschechtlichen Partner bevorzugt, so what. Aber genauso, wie man wissen sollte, warum man heiratet, Kinder kriegt, ein Haus baut, sollte man auch wissen, warum man sich diesen oder jenen Partner aussucht. Das gehört zu einer aufgeklärten Gesellschaft dazu. Wenn William Masters zunächst aus wisenschaftlichem Interesse mit seinem Assistenten anbändelte, befriedigende weibliche Sexualpartner hatte er ausreichend gehabt, und dann Gefallen daran fand, warum sollten Menschen, die sich mit gleichgeschlechtlichen Partnern wohlgefühlt haben, nicht Erfahrungen in die andere Richtung machen?

    Ich teile die Meinung von Rainer Herrn, daß ein großer Teil der Energie, die in die Biologisierung der Homosexualität gesteckt wird, dazu dient ein Attributionsproblem zu lösen. Wenn Homosexualität genetisch bedingt wäre, könnte man auch kaum etwas an ihr ändern, dann wäre die Richtung jedweder Bemühung zur Lösung innerer Konflikte klar, nämlich gay-pride und Festschreibung im Gesetz. Wäre sie aber erworben, also psychologisch beeinflußbar, gälte sicher auch gay-pride, aber man könnte ja selbst was ändern oder erklären oder könnte nach Erklärungen suchen. Das wäre viel mühsamer, aber jeder, der es täte könnte daran wachsen und Stärke gewinnen. Egal ob er überzeugt schwul bleibt oder konvertiert, weil es ihm anders auch oder mehr Spaß macht.

    Das wäre Freiheit gegen Gefangenheit.

    Von der Quarks Redaktion erwarte ich keine political correctness sondern aufgeklärten Journalismus. Abschreiben reicht nicht.

    W.Linnemann

  7. Ich habe mal gelesen, dass in Tierversuchen Homosexualität vermehrt auftritt, wenn eine „Überbevölkerung“ herrscht. In diesm Fall war es ein Versuch bei Ratten, die sich in einem größerem Raum ohne Einschränkung vermehren konnten. Mit zunehmender Bestandsdichte nahm homosexualität zu, es wurden weniger Junge zur Welt gebracht und der Bestand stabilisierte sich. Somit kann ein Kollaps auf Grund von Nahrungsmangel, Stress etc vermieden werden. Dies wäre für mich auch eine Erklärung, dass die Evolution diese Eigenschaft fördert, obwohl es im ersten Augenschein kontraproduktiv ist, kein Nachkommen zu haben.

  8. Ziemlich übel, dass diese Sau immer wieder durchs Dorf getrieben wird. Das Schlimme daran ist, dass homohassenden Staaten ein Instrumentarium an die Hand gegeben wird, Homosexuelle zu identifizieren. Das auch noch unter dem Deckmäntelchen der „Wissenschaft“!

    Auffällig ist dabei außerdem, dass sich diese „Wissenschaftler*innen vornehmlich mit männlicher Homosexualität befassen. Da scheint offensichtlich ein besonderes Interesse der „Wissenschaft“ zu liegen.

    Irgendwo stand dann auch noch, dass auch „Homosexuelle sich an diesen ‚Forschungen‘ beteiligt hätten“. Als ob das was besser machen würde! Schließlich gibt es auch unter Homos dümmste Kälbe, wie uns die Spahns, Weidels und viele andere tagtäglich vor Augen führen.

    1. vielen Dank für den Kommentar 🙂 Epigenetisch steht fest, dass Menschen genetisch instabil sind. Der psychologische Bezug auf Persönlichkeit dient in erster Linie der Identifikation. Fakt ist, dass eine menschliche Existenz nur in Bewegung und Entwicklung erfassbar ist und Festschreibungen demnach unmenschlich. Es macht einen Unterschied, ob ein junger Mensch als sich sexuell orientierend oder genetisch geprägt erkannt wird: sexuelle Selbstbestimmung gegen sexuelle Identität (Label).

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