3 Gründe: Warum Großraumbüros schaden können

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3 Gründe: Warum Großraumbüros schaden können

Großraumbüros sind immer angesagter. Sie sollen die Teamarbeit fördern - In Wirklichkeit können sie krank machen.

12. November 2018

Großraumbüros sind „trendy“ – das leben Firmen im Silicon Valley, wie Facebook oder Google, vor. Die kurzen Kommunikationswege, die einfachere Teamarbeit, der Zusammenhalt: All das sind ausschlaggebende Argumente für ein Großraumbüro. Doch es gibt bisher keine wissenschaftlichen Studien, die diese Vorteile belegen.

Was allerdings belegt ist, sind die vielen Nachteile, die ein solches Büro mit sich bringen kann. Zum Beispiel der erhöhte Stresslevel. Vor allem bei kreativeren Aufgaben, wie Gestalten oder auch Schreiben, ist der Umgebungslärm eher störend als fördernd für die Konzentration. Zudem sinkt scheinbar die Zufriedenheit, wenn kein eigener Schreibtisch, sondern nur ein Gruppentisch vorhanden ist. Das liegt einerseits daran, dass man nicht ungestört arbeiten kann. Andererseits fehlen Rückzugsmöglichkeiten in offenen Büros.

Edmund Wascher beschäftigt sich als Professor für Ergonomie seit vielen Jahren mit Fragestellungen zu Aufmerksamkeitsprozessen und kognitiver Leistungsfähigkeit im Arbeitsumfeld. Er hat selbst noch nie in einem Großraumbüro gearbeitet und kann es sich auch nicht vorstellen. Konzentriertes Arbeiten funktioniert seiner Meinung nach in einem Großraumbüro nicht. Er sagt, dass er eigentlich nur ein Großraumbüro kennt, das wirklich funktioniert: die Universitätsbibliothek. Denn dort gibt es klare Regeln – es wird nicht gesprochen, jeder verhält sich ruhig. Viele Unternehmen richten Großraumbüros aber gerade aus dem Grund ein, dass mehr kommuniziert wird. Wissenschaftliche Studien, die solch positive Effekte belegen, sind laut Edmund Wascher aber Mangelware. Unternehmen sollten sich deshalb mehr Gedanken darüber machen, welche Arbeitsräume wirklich zu ihren Mitarbeitern und deren Aufgaben passen.

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