Darum sind Drogengesetze wissenschaftlich nicht nachvollziehbar

Die Drogenpolitik ist weltweit extrem unterschiedlich. Foto: dpa

Drogen

Darum sind Drogengesetze wissenschaftlich nicht nachvollziehbar

In Kanada ist Cannabis seit 2018 legal, im Iran droht Alkoholtrinker:innen nach wiederholtem Konsum die Todesstrafe. Die Drogenpolitik könnte weltweit nicht unterschiedlicher sein. Doch was ist besser: legalisieren oder verbieten?

15. Mai 2019 | Aktualisiert: 28. Oktober 2021 | 16 Kommentare

Darum geht’s:

Unser Umgang mit Drogen richtet sich nicht nach ihrem Gefahrenpotenzial

Ein Raumschiff landet vor einer Trinkhalle. An Bord kulturell interessierte Außerirdische. Auf ihre Frage: „Wie haltet ihr es mit dem Rausch?“ beginnen wir zu erröten. Wie erklären wir ihnen, dass das Nervengift Alkohol, das Lebern, Gehirne und Föten nachhaltig schädigt, sprichwörtlich an jeder Ecke für meist wenig Geld käuflich zu erstehen ist? Wie, dass aber Cannabis, eine Pflanze, die man kiloweise zu sich nehmen kann, ohne dass sie einen tötet, unter extrem streng kontrollierten Auflagen nur an Kranke abgegeben werden darf? Warum bekommen Wirt:innen eine Konzession und Dealer stehen zwangsläufig im Vorstrafenregister? Warum ist LSD verboten, obwohl es zwar high, aber kaum abhängig macht und vor allem Mitmenschen nicht schädigt? Tabak aber, der nachweislich auch Nichtraucher:innen tötet, ist legal im Supermarkt käuflich.

Am Anfang steht der Rausch

Viele suchen den Rausch, weil er sie ablenkt, lachen und vergessen lässt, eine besonders gute Stimmung schenkt, inspiriert oder ihnen eine andere Seite ihres Ichs zeigt. Der Spaß hört aber auf, wenn ein Mensch ohne Rausch und Droge nicht mehr leben kann. Dann hat ihn die Droge in der Hand, hat sich seiner bemächtigt. Kein Wunder, dass die Bundesregierung der Antidrogenkampagne in den 90er-Jahren den Slogan „Keine Macht den Drogen“ gab.

Darum müssen wir drüber sprechen:

Die Debatte wird kaum mit medizinischen Fakten geführt

Wenn uns die Besucher:innen aus dem All dann fragen: „Seit wann seid ihr so irre und nutzt all diese Drogen, ohne zu wissen, wie man ihre Dämonen wieder einfangen kann?“ Dann müssen wir zugeben: Nach allem, was wir bis heute über uns Menschen wissen, gab es uns nie ohne Drogen. Die Menschen konsumieren Drogen – egal ob legal oder illegal.

Warum wir die eine Droge mehr akzeptieren als die andere, das hat mit unserer Vergangenheit zu tun. In den USA war Alkohol zum Beispiel in 1920er-Jahren verboten. Doch die Prohibition von Alkohol war kein Erfolg im Kampf gegen die Droge. Dann wurde Cannabis verboten. Aus einem persönlichen Grund: Harry Anslinger, der Leiter des Ministeriums für Prohibition, brauchte einen neuen „Feind“.

Der Umgang mit Drogen ist nicht sachlich

Dass nicht nur historische Entwicklungen die Einstellung zu einer Droge beeinflussen, sondern oft „einfach“ wirtschaftliche Interessen, zeigt vor allem der jahrzehntelange Kampf gegen das Rauchen und die Diskussion, wer wo wie und wann werben darf. Im Fernsehen und Radio ist Zigarettenwerbung seit 1975 verboten. Auf Plakatwänden ist Tabakwerbung bis heute erlaubt. Erst Ende 2018 gab es im Bundestag bei einer Anhörung von Fachleuten eine Mehrheit für ein umfassendes Tabakwerbeverbot. 40 Jahre später!

Solange es Vorurteile gibt, wenn es um Drogen und ihre Gefährlichkeit geht, haben die Drogen die Menschen in der Hand: Denn so lange streiten wir – und diskutieren nicht sachlich. Diskutiert werden könnte zum Beispiel, ob Süchtigsein gleich Kranksein bedeutet. Denn wir gehen mit Süchtigen je nach Art der Abhängigkeit unterschiedlich um: Wir sehen und bewerten Alkoholabhängige anders als Heroinabhängige. Ist das logisch? Denn vielleicht gelingt es Heroinabhängigen anders als Alkoholabhängigen, ein soziales Leben zu führen.
Außerdem leiden zum Beispiel viele Heroinabhängige auch unter anderen Krankheiten, weil sie ihre Droge spritzen müssen und Nadeln wie Suchtstoff häufig verunreinigt sind.

Beispiel Cannabis: emotionale statt sachliche Diskussion

Wie schwer wir uns tun, einen rationalen Umgang mit Drogen zu finden, zeigt die Debatte um Cannabis. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt allein den Deutschen Bundestag regelmäßig die Frage, wie unsere Gesellschaft mit Cannabis umgehen soll. Legalisieren? Weiterhin verbieten? Seit Kurzem wird Cannabis in Deutschland nicht mehr nur als schädliche Droge betrachtet, sondern auch als Heilmittel eingesetzt.

Bis dahin war es ein langer Weg. Expert:innen aller Fachrichtungen haben regelmäßig ihre immer gleichen Argumente ausgetauscht. Denn auch wenn Cannabis – vor allem unter Kiffer:innen – den Ruf hat, harmlos zu sein, kostet die Droge jährlich einige Hundert Jugendliche ihre psychische Gesundheit. Denn Kiffen kann das heranreifende Gehirn nachhaltig schädigen und anhaltende Psychosen auslösen.
Den Ruf als Einstiegsdroge wird Cannabis ebenfalls nicht los, obwohl das die meisten Fachleute heute anders beurteilen. Wenn überhaupt bedeutet Kiffen Kontakt zu Dealern. Allerdings ist bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt, ob eine Entkriminalisierung wirklich dazu führt, dass weniger junge Menschen kiffen, und ob das Geld, das man spart, wenn die Polizei sich weniger um Cannabis-User und Klein-Dealer kümmern muss, wirklich der Prävention oder Behandlung von Abhängigen zugutekommen kann.

Kritiker:innen der Legalisierung warnen, dass das davon ausgehende Signal falsch sein könnte – gerade für Jugendliche: legal = harmlos. Hier widersprechen sich übrigens sogar innerhalb der Polizei die Verbände: Die Polizeigewerkschaft warnt vor einer Legalisierung, der Bund Deutscher Kriminalbeamter spricht sich ausdrücklich dafür aus, hält das „falsche Signal“ für ein Scheinargument, denn selbst das sei nicht sicher.

Ein großes Problem: der Jugendschutz

Sicher ist: Es ist heute wissenschaftlich belegt, dass Cannabiskonsum einem Menschen, dessen Gehirn ausgereift ist – Forschende sagen etwa ab dem 21. oder 22. Lebensjahr – nicht mehr nachhaltig schaden kann. Damit wäre eine Vorgabe für den Umgang im Alltag gegeben: Bei konsequentem Jugendschutz, der nicht mit 18 endet, sondern bis 22 reicht, wäre die Freigabe von Cannabis gesundheitlich unbedenklicher als die Freigabe von Alkohol.

Allerdings dürfte es wie beim Alkohol schwer sein, junge Menschen vor dem Zugang zu Vorräten ihrer Eltern oder anderer Erwachsener zu schützen. Das heißt, man muss grundsätzlich schauen, wie Jugendschutz besser funktionieren kann – egal um welche Drogen es sich handelt.

Aber:

Vieles verstehen wir heute besser als vor 50 Jahren.

Vor gut zehn Jahren hat sich ein englischer Suchtforscher, David Nutt, die Frage gestellt: Sind eigentlich die illegalen Drogen wirklich gefährlicher als die legalen? Er befragte viele erfahrene Kolleg:innen und kam nach der Zusammenstellung aller Daten zu dem Ergebnis: Die meistverbreiteten Drogen in Europa und den USA sind Alkohol und Tabak und diese sind nicht harmloser oder weniger gesundheitsschädlich als Cannabis oder LSD. Die Trennung von legalen und illegalen Drogen sagt also nichts über ihr wahres Gefahrenpotenzial aus.

Eine zufriedenstellende Lösung ist nicht in Sicht

Bis heute lässt sich leider nicht eindeutig beantworten, was besser wäre: alle Drogen verbieten oder alle legalisieren? Denn es fehlt an unabhängigen Studien, in denen weder auf ein bestimmtes ideologisches Ergebnis hin geforscht wird noch Äpfel mit Birnen – in diesem Fall illegale mit legalen – verglichen werden. Vielleicht müssen wir akzeptieren, dass es wie beim Cannabis sehr lange dauert, bis die vorliegenden Argumente ausdiskutiert sind.

Ein möglicher Konsens müsste tatsächlich breit aufgestellt sein. Er muss aushalten, dass es Menschen geben wird, die einen Angehörigen an eine Droge verlieren, weil oder obwohl die legal oder illegal sein wird. Denn Drogen werden weiter schaden und töten. Aber wir sollten wissen, warum und wie und ihre Macht dadurch beschränken.

Und jetzt?

Keine Macht den Drogen. Wissen an die Macht.

Ein ungewöhnlicher Gedanke ist sicherlich: Die meisten Menschen nehmen bewusstseinsverändernde Substanzen, ohne abhängig, krank oder asozial zu werden. Die meisten haben ihren Drogenkonsum „im Griff“. Also brauchen wir Schutz und Regeln für die Menschen, denen Drogen Schaden zufügen. Verkehrsregeln für Drogenkonsum.

Unsere Ideen:

• Wir sollten versuchen vorurteilsfreier mit Drogen und ihren Konsument:innen umzugehen. Die Karten neu mischen und das „Blatt“ mit frischem, wissenschaftlichem Blick beurteilen, statt bloß nach historisch gewachsenen Werten.
• Wir sollten Respekt vor Drogen haben, aber keine Angst vor Drogenabhängigen.
• Keiner, der Hilfe braucht, weil er drogenkrank ist, sollte Angst haben müssen, verachtet oder bestraft zu werden.
• Weniger Strafverfolgung, mehr Prävention und Therapie.
• Wenn wir mit den herkömmlichen Drogen erst einmal sachlicher umgehen, dann haben es auch neue Substanzen nicht mehr so leicht.

Autorin: Angela Sommer

16 Kommentare;

  1. Hi Quarks Team!
    Habt ihr zu folgender Aussage die Quelle?

    Sicher ist: Es ist heute wissenschaftlich belegt, dass Cannabiskonsum einem Menschen, dessen Gehirn ausgereift ist – Forscher sagen etwa ab dem 21. oder 22. Lebensjahr – nicht mehr nachhaltig schaden kann.

    Danke!

    1. Hi! Es antwortet dir hier jetzt jemand aus unserem großen Team, aber nicht die Autorin. Aus welcher der Quellen genau diese Info stammt, konnten wir gerade auf die Schnelle nicht finden; du kannst eine Risikobeschreibung von Cannabis aber auch in der verlinkten Studie von Nutt et al. (2015) oder in der Quellenliste unter der Veröffentlichung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (https://docplayer.org/21471402-Cannabispolitik-in-deutschland.html) finden!

  2. Also der Artikel ist sehr gut! Ich finde die Kommentare unter dem Artikel bestätigen leider die Argumentation. Emotionale und unsachliche Debatte. Ein Problem, dass ich hier sehe ist auch das Drogenerfahrungen sehr subjektiv sind und man eine Debatte meiner Meinung nach auch nur gut führen kann, wenn man nichr nur Fakten kennt sondern selber verschiedene Substanzen ausprobiert hat. Oft werden Drogen in einen Topf geschmissen. Die Wirkung von LSD und Pilzen unterscheidet sich zB massiv von denen anderen Drogen. Es ist wichtig Drogen nicht nur als Substanzen zu begreifen, sondern sie auch als Erfahrung zu verstehen. Dank psychedelischer Erfahrungen trinke ich keinen Alkohol mehr, habe keine Angst vor sozialen Situationen mehr (wie viele Leute überdecken da ihre Angst mit Alkohol), konnte sehr einfach mit dem rauchen aufhören, gehe achtsam mit meinem Körper und den Gefühlen meiner Mitmenschen um. Die Beziehung zu allen meinen Mitmenschen vor allem aber in der Familie hat sich verbessert und ist verständnisvoller und liebevoller. Geschweige denn wie viel ich über die Funktion meines eigenen Geistes gelernt habe, wodurch es mir mittlerweile unmöglich ist in depressive Löcher zu fallen.
    Danke für diesen Artikel. Nur weil bestimmte Subshanzen schlecht für uns sind bedeutet das nicht das man Drogen(erfahrungen) alle in einen Topf werfen kann.
    Liebe Grüße!

  3. Das ist wiedermal ein Beispiel für die komplette Verblödung im Internet. Da fehlen mir die Worte. Generell heroin und Kokain unter Alkohol zu stellen ist lachhaft ( siehe Diagramm ). Einfach mal in der suchzeile von Google eingeben, dann sieht man *dezente* Unterschiede.

      1. Kann er/sie nicht, da der kommentar wahrscheinlich wieder nur aus Emotion und nicht Sachlichkeit entstanden ist. Man merkt wie Gehirngewaschen die Leute Sind. Die meisten fallen aus allen Wolken wenn man ihnen sagt, dass abgesehen vom Suchtpotential (reines) Heroin weniger Schaden am Körper anrichtet als Alkohol. Ich kann die Dokus über die berliner Heroinabgabestelle wärmstens empfehlen.

  4. Zigaretten und Alkohol sind im Übermass auch nicht gut. Aber das Schlechte als Argument anführen, noch mehr Schlechtes in eine Gesellschaft zu implementieren zeugt von destruktiver Logik!

    1. Lächerlich was sie hier behaupten, der Artikel Argumentiert ja für mehr Wissenschaftlichkeit in der Diskussion und nicht Wie Sie behaupten für die Freigabe da ja Alkohol und Tabak erlaubt sind. Aber ihren Kommentaren kann man ja leider entnehmen das ihnen Wissenschaftliche Fakten egal sind. Wenn man sich Länder in denen Legalisiert/Entkriminalisiert wurde anschaut sieht man auch das dort die Gesellschaft nicht zusammengebrochen ist wie sie behaupten (USA, Canada, Niederland, Portugal, …).

  5. Und Kanada wird zum Drogendealer wegen Geldmangel. Außerdem altersmäßig und mengenmäßig beschränkt. Die Gemeinde der Konsumenten arbeitet bei uns auch an der Legalisierung. Wenn ehemals kiffende Menschen in Entscheidungskremien sitzen wundert mich nichts mehr, zumal diese einen Eid geleistet haben.

  6. Droge als Heilmittel o.k. Aber legalisieren? Dann kann man auch verschreibungspflichtige Medikamente erlauben, die „heilen“ ja auch. Was beim Tablettenmißbrauch herauskommt kennt so ziemlich jeder. Mit Cannabis ist das nichts anders. Deswegen ist ein Gesetz notwendig das verbietet. Man schaffe mal das Gesetz der Steuerpflicht ab, was dann wohl passieren wird. Notwendige Gesetze ab zu schaffen, die das funktionale Gefüge einer Gesellschaft zusammenhalten ist ein Schritt in Richtung Zerstörung derselben. Und die „Wissenschaft“ scheint etwas desorientiert zu sein solche Peinlichkeiten zu verbreiten. Weis man doch, das viele Studenten schon mal gekifft haben und sowas positiv gegenüberstehen. Erst Bahn freimachen und dann am Besten auf Rezept? Für mich sind diese Verbote durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. Nur weil man Zigaretten und Alkohol nicht verbietet, als Rechtfertigung zu benutzen, zeigt den destruktiven Gedankengang. Also, wenn was schlecht ist, fügt man der „Gerechtigkeit“ wegen noch mehr Schlechtes hinzu? Was für eine destruktive Logik.

    1. Der Vergleich Drogenkonsum mit Steuerhinterziehung hinkt. Mit der Steuerhinterziehung richte ich direkten Schaden an dritten (dem Staat) an. Bei Drogenkonsum schade ich in erster Linie nur mir selbst. Auch die behauptung dass man die Gesellschaft bei einem liberaleren Umgang mit Drogen zerstört ist absurd. Man muss nur nach Portugal schauen, um zu sehen dass ein Liberalerer Umgang mit Drogen die Gesellschaft entlastet. Man sieht auch bei ihren Kommentar genau das, was der Artikel kritisiert. Kein Sachlicher umgang mit dem Thema, nur Emotion. Da werden irgendwelche leeren Argumente nachgeplappert, die einem Jahrelang von den Prohibitionsbefürwortern eingehämmert wurden.

      Wieso sind die Verbote nachvollziehbar und sinnvoll? In Portugal ist beispielsweise der Konsum nach entkriminalisierung zurück gegangen. Das heißt Strafverfolgung führt nicht zu weniger Konsum, also scheitert es ja quasi schon an den grundlegenden Rechtfertigungen für ein Verbot. Den das Verbot soll schließlich den Konsum senken.
      Durch Verbot wird der Markt von Kriminellen kontroliert, die die Droge strecken und damit gefährlicher machen. (Siehe Alkoholprohibition in den USA, die Al Capone Tür und Tor geöffnet hat) Auch haben Kriminelle eher weniger interesse daran Jugendschutz zu betreiben. Zusätzlich Kriminalisiert man die Konsumenten, was oft dazu führt, dass Abhängige angst haben sich Hilfe zu suchen, da sie Strafen befürchten. Das kann so weit gehen, dass Abhängige keinen Arzt aufsuchen bei einer Überdosierung z.B..

      Legalisierung heißt nicht, dass es Heroin im Kiosk um die Ecke gibt. Heroinabgabestellen sorgen jetzt schon dafür, dass einige wenige (denn die Aufnahme kriterien in so ein Programm sind streng) Heroinabhängige wieder einen geregelten Alltag mit Arbeit nachgehen können. Es Hilft ihnen und der Gesellschaft ungemein. Also wieso zieht man das nicht größer auf, wenn es doch hilft? Ich weiß es ist schwer sich vorzustellen, dass die Welt mit ihrer Drogenpolitik seit gefühlt einer Ewigkeit falsch liegt, aber es scheint so zu sein.

  7. Was fehlt, ist der gesellschaftliche Impakt des Drogenverbots. Die Schaffung eines riesigen Schwarzmarktes, von dem wir nur die Spitze des Eisbergs wahrnehmen: Drogenfunde durch die Polizei. Die Schwarzmarkt versorgt, wie genannt, ohne Jugend- und Verbraucherschutz die Kunden, wird aber weitgehend von Kriminellen gesteuert, dh, er ist Nährboden für die organisierte Kriminalität, bis hin zur Finanzierung von Terrorismus.
    Kurz, wer die Prohibition unterstützt, fördert das Letztgenannte. Muss das sein?

  8. Vielen Dank für diesen differenzierten und sachlichen Artikel. Ich möchte gerne zwei Punkte zur Legalisierungsdebatte um Cannabis ergänzen:

    1. Eine kontrollierte Abgabe an Erwachsene, selbst wenn es dadurch nominell etwas mehr Konsumenten gäbe, wäre insgesamt sicherer. Im Filmbeitrag wurde deutlich, dass ein grosses Problem die enorme Erhöhung des THC-Anteils in Schwarzmarkt-Cannabis in den letzten Jahren ist – gegenüber früher hat er sich verzehnfacht. Staatlich kontrollierte Abgabe würde das Probem eindämmen. Ausserdem wäre kein Kontakt mit Dealern nötig und die Gefahr des Angebots illegaler harter Drogen beseitigt.

    2. Seit diesem Jahr ist Cannabis für Erwachsene in Kanada legal, und in einigen wenigen US-Bundesstaaten ist es das schon etwas länger. Das heißt in wenigen Monaten bis Jahren werden belastbare Daten vorliegen wie sich die Legalisierung auf die Gesellschaft auswirkt. Zu erwarten ist, dass endlich einige Scheinargumente widerlegt werden, wie z.B. dass Cannabis ein häufiger Einstieg für harte Drogen ist.

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