So viel Zucker ist in unserem Essen versteckt

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So viel Zucker ist in unserem Essen versteckt

Eine Zuckersteuer auf Softdrinks - gibt es jetzt in Großbritannien. Wenigstens weiß jeder bei den Getränken, dass sie viel Zucker enthalten. Bei anderen Lebensmitteln aus dem Supermarkt ist das oft nicht so offensichtlich. Versteckt nehmen wir so mehr davon zu uns, als uns bewusst ist.

16. Oktober 2018 | Aktualisiert: 7. Mai 2019

Die tägliche Überdosis

Rund ein Drittel Zucker steckt in einer typischen Limo wie Cola. Das macht mehr als 30 Stücke Würfelzucker in einer kleinen Flasche. Immerhin kann man das ahnen, schließlich schmeckt es genauso süß. Bei vielen anderen Lebensmitteln aber ist es anders. Was einen gesunden Eindruck vermittelt, enthält viele versteckte Zuckermengen.

Besonders ungesund ist das für kleine Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt rund 25 Gramm pro Tag. Mit einem Glas Limo kommen die Kleinen aber schnell auf 23,5 Gramm Zucker. Auf Dauer kann das ziemlich schädlich sein — Übergewicht, Karies und Diabetes lassen grüßen.

Auch vermeintlich gesunde Sachen wie Ketchup, das ja immerhin aus Tomaten hergestellt wird, ist eine heimliche Zuckerbombe. Neun Stück Würfelzucker sind in 100 Gramm enthalten. Ähnliches gilt für fertige Tomatensauce. Viel besser ist es, sie selbst zu kochen. Auch Fertigpizzen, eingelegtes Obst und Salatsaucen enthalten überraschend viel Zuckerzusätze.

Auch Fruchtjoghurts beliefern den Körper mit ordentlich Zucker. In einem typischen Joghurt stecken mal locker 18 Gramm Zucker. Damit ist die Tagesdosis für Kinder schnell erreicht.

Gute und schlechte Zucker

Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Eigentlich handelt es sich bei allen Zuckern um Kohlenhydrate, also einen guten Energielieferanten für unseren Körper. Doch dabei gibt es wichtige Unterschiede.

Es gibt Ein-, Zwei- und Vielfachzucker. Der Würfelzucker ist purer Einfachzucker, Fruchzucker ist ein typischer Zweifachzucker. Vielfachzucker sind die Bausteine, aus denen Gemüse und Getreide bestehen.

Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass Einfachzucker sehr schnell Energie für den Körper liefern. Das kann bei Anstrengung wie Sport sinnvoll sein. Meistens aber ist es mehr Zucker als unser Körper gerade braucht — aber wohin dann mit dem Zucker? Letztlich wird er wohl zu Fett umgebaut und dann leider am Bauch deponiert.

Je komplexer die Zuckermoleküle aber sind, also je mehr miteinander verbunden sind, desto länger hat der Körper damit zu tun. Er muss die einzelnen Verbindungen auftrennen und so bekommt der Körper Stück für Stück ein Zuckermolekül, mit dem er haushalten kann.

Auf diese Weise steigt der Blutspiegel nur langsam, das ist deutlich gesünder. Gleichzeitig bekommt der Körper so über einen größeren Zeitraum immer wieder Energie. Aus diesem Grund wird etwa Vollkornbrot statt Weißbrot empfohlen. Es hält auch länger satt.

Obst und Gemüse enthalten auch so große Zuckermoleküle, dass unser Körper gar nicht fähig ist, sie zu verarbeiten. Das sind dann die so genannten Ballaststoffe, die einfach durch unseren Magen-Darm-Trakt sausen, für etwas Verdauungsschwung sorgen und die wir einfach wieder loswerden.

1 Kommentar

  1. Würfelzucker ist Haushaltszucker und damit ein Zweifachzucker bestehend aus Glukose und Fruktose.
    Fruktose ist ein Einfachzucker. (wohl kleine Verwechslung passiert in dem Artikel)

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