Das passiert wenn du einen Fliegenpilz isst

Zwei Fliegenpilze wachsen im Wald. Foto: Bernd Schunack

FAQ

Das passiert wenn du einen Fliegenpilz isst

Er ist der bekannteste Pilz. Internetportale preisen ihn als Droge mit halluzinierender Wirkung. Doch was passiert wirklich beim Konsum?

14. Januar 2020

Wie wirkt das Gift?

Nach etwa 30 Minuten bis zwei Stunden nach dem Verzehr treten die ersten Symptome auf. Darunter häufig Verwirrung, Schwindel und Müdigkeit. Des Weiteren kommt es zu einer visuellen und auditiven Überempfindlichkeit der Sinne, aber auch zu räumlichen Verzerrungen und fehlendem Zeitgefühl. Selten und auch zum Teil umstritten wird von Halluzinationen und einer lebendigen Farbwahrnehmung berichtet.
Bei größeren Mengen kann es auch zu motorischen Lähmungen, Muskelkrämpfen und zu einem Delirium führen.

Warum ist der Fliegenpilz giftig?

Schuld daran sind die im Pilz enthaltene Ibotensäure und Muscimol. Ibotensäure bildet beim Trocknen oder Extrahieren der Pilze mehrere Derivate. Derivate sind chemische Verbindungen, die aus einer anderen entstehen. Beim Fliegenpilz entsteht durch diese chemische Reaktion Muscimol. Wie stark Ibotensäure und dadurch auch Muscimol im Pilz vorkommen, hängt dabei stark vom Zeitraum der Ernte, aber auch vom Fundort ab. Bestimmte Böden und Nährstoffe verstärken die Konzentration.

Wie viel Fliegenpilz ist tödlich?

Manche Quellen berichten zwar von Todesfällen. Diese gelten jedoch als sehr selten und zumindest oft als umstritten. Ein Problem hierbei ist, dass sich die Todesursache oft nicht genau auf den Konsum des Fliegenpilzes zurückzuführen lässt.
In den meisten Fällen ist die Genesung jedoch nach 24 Stunden praktisch abgeschlossen und auch wenn die meisten Vergiftungsfälle beim Menschen keine Nebenwirkungen zeigen, gilt trotzdem absolute Vorsicht. Denn ein regelmäßiger Verzehr von Fliegenpilzen wäre aber wahrscheinlich schädlich, denn bei Nagetieren, die mit Ibotensäure und Muscimal behandelt wurden, kam es zum Teil zu Hirnläsionen.

Was hilft bei einer Vergiftung?

Die Konzentration von Ibotensäure und Muscimol im Fliegenpilz kann stark variieren, so dass auch die Auswirkungen sehr stark schwanken können. In jedem Fall sollte man ein Krankenhaus aufsuchen, oder den zuständigen Giftnotruf kontaktieren. Hier findest du eine Übersicht. Als erste Maßnahme gegen weitere Giftaufnahme im Körper kann im Krankenhaus medizinische Kohle verabreicht werden oder in einigen Fällen auch die Magenentleerung erfolgen.

Johann Subklew
Johann Subklew arbeitete u.a. am Meeresmuseum in einer Forschungsgruppe über Schweinswale in der Ostsee. Bei Quarks beschäftigt er sich gerne mit den Themen der Meere.

2 Kommentare;

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Mehr Wissen:

Johann Subklew: Johann Subklew arbeitete u.a. am Meeresmuseum in einer Forschungsgruppe über Schweinswale in der Ostsee. Bei Quarks beschäftigt er sich gerne mit den Themen der Meere.