Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Wie lange müssen Patienten mit den Folgen von COVID-19 kämpfen? Foto: Pixabay

FAQ

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Bei schweren Verläufen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus kann es zu Folgeschäden kommen. Wir erklären, wann und warum es dazu kommen kann.

24. Juli 2020 | 16 Kommentare

Ist das Coronavirus gefährlicher als die Grippe?

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 löst ähnliche Symptome aus wie die saisonalen Grippeviren. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es häufiger zu schweren Verläufen der Atemwegserkrankungen kommt, an deren Ende die Menschen nach der Infektion sterben.

Für die saisonale Influenza nennen Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Letalität von weniger als 0,1 Prozent. Das heißt, von 1000 Infizierten stirbt einer an der Infektion. Für Corona bleiben die Zahlen vorerst nur vorläufig, denn so lange die Pandemie dauert, werden sich die Zahlen verändern. Auch das unterschiedliche Testaufkommen weltweit hat damit zu tun.

Denn derzeit ist nicht bekannt, wie viele Menschen sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Bisherige Zahlen geben nur die Fallsterblichkeit wieder, die grundsätzlich höher liegt. Die tatsächliche Letalität schätzen Wissenschaftler eher auf 0,3 bis 0,7 Prozent. Das liegt näher im Bereich der Influenza als bei dem namensgebenden SARS-Coronavirus von 2002, das bei jedem zehnten Infizierten zum Tode führte.

In Deutschland ist etwa ein Fünftel aller COVID-19 Patienten gestorben, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das größere Risiko haben allerdings solche, die beatmet werden müssen. Mehr als die Hälfte aller beatmungspflichtigen Patienten ist laut einer umfangreichen Studie mit mehr als 10.000 deutschen Patienten gestorben, bei den übrigen lag das Risiko bei 16 Prozent.

Warum wir bei Corona so ein Problem mit der Datenlage haben, erfahrt ihr hier.

Die größere Gefahr bei SARS-CoV-2 geht davon aus, dass bei neuartigen Viren vermutlich keine Grundimmunität in der Bevölkerung vorliegt. So kann sich das Virus schneller ausbreiten. Laut Angaben der WHO infizieren sich jährlich etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung mit einem der umlaufenden Influenzastämme und erhalten dadurch teilweise Immunität. Hinzu kommen geimpfte Personen. Sie alle geben das Virus dann nicht weiter und stoppen die Ausbreitung.

Für das neuartige Coronavirus gibt es derzeit noch keinen Impfstoff und nach bisherigen Schätzungen sind nur wenige Prozent der deutschen Bevölkerung infiziert.

Wann es endlich einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus geben könnte, erfahrt ihr hier.

Können auch junge Menschen am Virus sterben?

Ja, aber das ist selten. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt in Deutschland sehr hoch, das Robert-Koch-Institut spricht von 81 Jahren. Die Mehrheit der bestätigten Infizierten ist weitaus jünger. Hier schwankt das Durchschnittsalter um rund 45 Jahren. Hier schwankt das Durchschnittsalter um rund 45 Jahren. Die meisten bestätigten Infizierten sind zwischen 35 und 59 Jahren alt (Hinweis: da vor allem symptomatische Personen getestet wurden, wurde die Häufigkeit bei Kindern womöglich unterschätzt).

Eine umfangreiche Auswertung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) errechnete bei mehr als 10.000 hospitalisierten Patienten ein Durchschnittsalter von 72 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Covid-19 bei jungen Menschen einen schwerwiegenden Verlauf nimmt, ist zwar deutlich geringer, aber es ist nicht unmöglich. Der sogenannte Fall-Verstorbenen-Anteil bei Personen jünger als 50 Jahre liegt bei weniger als einem Prozent.

Menschen allen Alters mit Vorerkrankungen sind gefährdet

Weniger als ein Prozent der unter 19-Jährigen musste in den USA im Krankenhaus behandelt werden. Bei den 20- bis 44-Jährigen hingegen war es bereits jeder Fünfte. Am Ende entscheiden allerdings mehrere Faktoren darüber, wie hoch das individuelle Risiko ist.

Bestimmte Vorerkrankungen können auch bei jungen, scheinbar gesunden Menschen zu einem tödlichen Verlauf führen. In Deutschland weist etwa ein Drittel aller hospitalisierten Fälle eine Vorerkrankung auf.

Wer zählt zur Risikogruppe?

Viele Menschen. Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) liegt bei 21,9 Millionen Deutschen eine relevante Vorerkrankung zugrunde, das entspricht jedem vierten Deutschen.

Auch wenn alle Zahlen zur Sterblichkeit, die aktuell kursieren, mit Vorsicht zu betrachten sind: Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass sich das Risiko, an dem Coronavirus zu sterben, deutlich unterscheidet – je nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Für die Analyse wurden Daten von 44.000 nachgewiesenen Corona-Infizierten aus China ausgewertet.

Das Fazit: Für junge Menschen ist das Risiko demnach eher gering. Ab einem Alter von 50 steigt das Risiko, an der Infektion zu sterben, deutlich an – in China auf etwa 0,8 Prozent. Am stärksten gefährdet sind Menschen ab 80 – 14,8 Prozent der Infizierten in der chinesischen Auswertung sind gestorben.

Untersuchungen aus Deutschland bestätigen diese Grundaussagen. Viele Verstorbene wiesen eine oder mehrere Vorerkrankungen auf, mehr als die Hälfte litt an Bluthochdruck, mehr als ein Fünftel an Diabetes oder Herzrhythmusstörungen.

Männer und Frauen waren zwar gleich häufig betroffen, allerdings musste fast jeder vierte, männliche Patient künstlich beatmet werden und damit doppelt so häufig wie Frauen.

Die Risikogruppen bei Covid-19

  • ältere Personen (ab 50 Jahre)

Sowie unabhängig vom Alter

  • Raucher
  • Vorerkrankung des Herzens (zum Beispiel koronare Herzerkrankung)
  • Vorerkrankung der Lunge (zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis)
  • chronische Lebererkrankung
  • Diabetes mellitus (wegen Begleiterkrankungen)
  • Krebserkrankung
  • unterdrücktes oder schwaches Immunsystem (Menschen mit Einnahme immunschwächender Medikamente wie Cortison, HIV-Patienten ohne Therapie)
  • Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich in Kontakt mit Infizierten stehen

Wie sehr die einzelnen Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöhen, lässt sich nicht sagen.

Sind Allergiker besonders gefährdet?

In der Regel nicht. Menschen mit Allergien wie Heuschnupfen haben laut Lungenärztinnen und Lungenärzten des Verbands Pneumologischer Kliniken kein erhöhtes Risiko, sich mit dem Virus anzustecken. Wichtig sei, die passende Therapie fortzusetzen, um symptomfrei zu bleiben. Bei Beschwerden sollten Betroffene telefonisch Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.

Vorsicht gilt, wenn die Allergie grundsätzlich auch die Lungen belastet. Einige Wissenschaftler unterscheiden daher bei allergischem Asthma, bei dem ein ernsthafter Krankheitsverlauf wahrscheinlicher sein könnte. Wirklich gesicherte Daten dazu gibt es bislang nicht.

Sind Schwangere und Kinder besonders gefährdet?

Schwangere haben womöglich ein höheres Risiko, einen schweren Verlauf zu entwickeln, wenn sie mit ähnlichen Viren infiziert sind, die Auswirkungen auf die Atemwege haben – dazu zählt auch die jährliche Grippe. Schwangere zeigen jedoch gleichzeitig seltener Symptome als andere Gruppen, wenn sie infiziert sind. Insgesamt ist die Datenlage jedoch nicht sehr aussagekräftig.

Schwangere Covid-19-Patientinnen zeigen vermutlich häufiger frühere Geburtswehen.

Einzelberichte über positiv getestete Neugeborene zeigen noch kein eindeutiges Bild. Grundsätzlich könnte ein Neugeborenes über den engen Kontakt oder eine Tröpfcheninfektion infiziert werden, bisher wurden jedoch kein SARS-CoV-2 in der Muttermilch nachgewiesen.

Ebenso zeigen Kinder kein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf. Sie entwickeln trotz Infektion nur selten Symptome. Sie können das Virus trotzdem weiterverbreiten.

Ob Schwangere ihr Ungeborenes im Mutterleib infizieren können und was wir alles über die Übertragung bei Kindern wissen, lest ihr hier

Wie kommt es bei Covid-19 zur Lungenentzündung?

Das Virus dockt mit seinen stachelartigen Auswüchsen, den „Spikes“, an unsere Zellen an, und zwar an einen sogenannten ACE2-Rezeptor. Dann kommt aber noch mindestens ein weiteres Protein aus der Membranhülle der angegriffenen Zelle ins Spiel. Es spaltet das Oberflächenprotein des Virus, das daraufhin seine Form verändert und ermöglicht so erst den Eintritt in unsere Zelle.

Der ACE2-Rezeptor sitzt auf bestimmten Zellen auf unserer Nasenschleimhaut und im Rachenraum. Hier nistet sich das Virus nach den derzeitigen Erkenntnissen in der Regel zuerst ein. Es vermehrt sich in diesen Zellen und zerstört sie schließlich. Die neu freigesetzten Viren infizieren weitere Zellen.

Wie es von da an weitergeht, unterscheidet sich von Patient zu Patient. Viele Patienten haben zum Glück nur einen leichten Verlauf, der oft einem Schnupfen ähnelt. Bei manchen wandert die Infektion aber weiter in die tieferen Atemwege. Denn auch bestimmte Zellen in unseren Bronchien und Lungenbläschen haben diese Kombination aus ACE2-Rezeptor und weiteren Proteinen, über die das Virus in sie eindringen kann. Diese Zellen können also als Nächstes infiziert und zerstört werden.

Die Lunge droht zu versagen

Bei schweren Verläufen der Krankheit werden immer mehr Zellen in den Bronchien zerstört. Gleichzeitig versucht unser Körper, die Viren zu bekämpfen, indem er eine Entzündungsreaktion startet. Die Blutgefäße der Bronchien lassen dabei körpereigene Abwehrzellen und Blutplasma durch ihre Gefäßwände austreten. So sollen die Viren bekämpft und weggeschwemmt werden.

Die Entzündung reizt auch die Nerven in der Bronchienwand, daher kommt der charakteristische Husten. Wenn die Erkrankung weiter fortschreitet, wandert das Virus immer tiefer in die Lunge und infiziert die Zellen in den feinen Lungenbläschen. Diese entzünden sich jetzt auch. Sie füllen sich dabei mit Blutplasma und Eiter.

Dem Körper fehlt Sauerstoff

Die Sauerstoffaufnahme über die Lungenbläschen funktioniert nicht mehr. Je mehr Lungenbläschen außer Gefecht gesetzt werden,  desto stärker wird die Atemnot des Patienten.

Außerdem zerstört die massive Reaktion des Immunsystems weiteres Lungengewebe. Schließlich muss der Patient Sauerstoff über die Nase bekommen oder sogar künstlich beatmet werden. Die Entzündung kann in einem sogenannten „Zytokinsturm“ außer Kontrolle geraten. Dabei werden Botenstoffe freigesetzt, die sogenannten Zytokine, die Immunzellen aktivieren, die wiederum noch mehr Zytokine freisetzen. Mit diesem Teufelskreis verstärkt sich die Entzündung und kann auf den gesamten Körper übergreifen und lebensbedrohlich werden.

Die Medizinerinnen und Mediziner stehen bei der Behandlung von Covid-19-Patienten vor einem schwierigen Balanceakt: Sie versuchen, die Entzündungsreaktion so weit zu bremsen, dass ein Zytokinsturm vermieden wird, ohne diese Verteidigungsreaktion des Körpers zu stark zu reduzieren. Denn dann könnte das Virus wieder die Oberhand gewinnen. So lange es kein Medikament gibt, das direkt gegen das Coronavirus wirkt, können die Ärzte dem Körper nur helfen, die Folgen der Infektion zu bewältigen. In der Hoffnung, dass er sich am Ende doch gegen die Erkrankung durchsetzen kann.

Welche Langzeitschäden kann das Virus in der Lunge anrichten?

Noch ist es zu früh, um wirklich Klarheit über Langzeitschäden zu haben. Aber Mediziner berichten von Patienten, die nach einem schweren Krankheitsverlauf an Lungenfibrose leiden. Das ist ein Sammelbegriff für verschiedene, immer noch nicht richtig verstandene chronische Entzündungen des Lungengewebes.

Lungenfibrose wird unter anderem durch Lungenschädigungen durch Rauchen, Asbest und virale Infektionen begünstigt. Dabei vernarbt das Bindegewebe zwischen den Lungenbläschen und den sie umgebenden Blutgefäßen. Der Sauerstoff gelangt deshalb nicht mehr so leicht ins Blut. Außerdem wird die Lunge steifer, sie kann sich beim Atmen nicht mehr so gut dehnen.

Wer Spätfolgen entwickelt, ist bislang unklar

In schweren Fällen leiden die Patienten an Atemnot und können an einer Lungenfibrose sterben. Die Krankheit ist in der Regel nicht heilbar, aber man kann zumindest das fortschreitende Vernarben der Lunge verzögern und manchmal sogar ganz stoppen.

Warum genau manche Covid-19-Patienten mit dieser Spätfolge kämpfen müssen und in wie vielen Fällen die Fibrose doch wieder ausheilt, ist noch unklar. Sie ist eine bekannte Komplikation nach schweren Lungenentzündungen. Bei der SARS-Epidemie aus dem Winter 2002/2003, die von einem verwandten Coronavirus ausgelöst wurde, stellte man die Vermutung auf, dass auch der vom Virus genutzte ACE2-Rezeptor eine Rolle dabei spielen könnte, die Lungenfibrose in Gang zu setzen.

Bei Infektionen mit dem aktuellen Coronavirus spekulieren Forscher wieder über die Funktion des ACE2-Rezeptors. Denn es ist bekannt, dass er eine Rolle in biochemischen Prozessen spielt, die an der Entstehung von Fibrose beteiligt sind.

Ist die künstliche Beatmung im Krankenhaus gefährlich?

Eine künstliche Beatmung ist ein schwerer Eingriff in den Körper, der oft nicht folgenlos bleibt. Covid-19-Patienten bekommen bei zunehmender Atemnot erst einmal einen kleinen Schlauch in die Nase oder eine Maske aufgesetzt, durch die sie mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden.

Wenn das die Atemnot nicht lindert, muss künstlich beatmet werden. Der Patient wird dafür in ein künstliches Koma versetzt. Dann wird ein Schlauch in die Luftröhre eingeführt, die sogenannte Intubation. Anders als beim natürlichen Atmen strömt die Luft jetzt aber nicht mehr durch den Unterdruck in die Lunge, der bei der Ausdehnung des Brustkorbes entsteht, sondern wird von der Beatmungsmaschine in die Lunge gedrückt.

Lungengewebe ist empfindlich

Aber die Lunge reagiert auf Überdruck empfindlich und auch auf den Sauerstoff, der der Beatmungsluft zugesetzt wird. Das empfindliche Lungengewebe kann dadurch irreparabel geschädigt werden.

Weitere Folgen einer künstlichen Beatmung können Schäden an Organen wie Herz, Niere, Magen oder Leber sein und auch neurologische Schäden. Mit dem Beatmungsschlauch können zudem Bakterien zum Lungengewebe gelangen und dort eine Co-Infektion auslösen. Treten mehrere Infektionen gleichzeitig auf, hat es das Immunsystem umso schwerer, das Sterberisiko steigt an.

Und je länger der Patient bewegungslos im künstlichen Koma ist, umso mehr schrumpft seine Muskelmasse. Das betrifft nicht nur die Muskeln von Armen und Beinen, sondern auch die Muskeln, die man zum Atmen braucht. Die verlorene Muskelmasse und Beweglichkeit muss nach dem Krankenhausaufenthalt durch Physiotherapie mühsam wieder aufgebaut werden. Älteren Menschen gelingt das oft nicht mehr vollständig und sie werden nie wieder richtig fit.

Anders als bekannte Lungenentzündungen: Die Ärzte lernen noch dazu

Bei der Behandlung von Atemnot durch Covid-19 greifen die Mediziner auf ihre bisherigen Erfahrungen zurück. Aber die neuartige Erkrankung scheint sich in manchen Punkten von klassischen Lungenentzündungen zu unterscheiden. Anders als bei der klassischen Grippe oder sonstigen Lungenentzündungen fühlen viele Patienten noch keine ausgeprägte Atemnot. Sie ringen nicht um Luft und können noch reden, haben aber schon gefährlich niedrige Sauerstoffwerte im Blut. Im Englischen spricht man von der „happy hypoxia“ oder „silent hypoxia“, dem „glücklichen“ oder „stillen“ Sauerstoffmangel. Und das ist durchaus gefährlich, da viele Patienten wegen der verzögert einsetzenden Atemnot zu spät ins Krankenhaus kommen.

Lungenbläschen funktionieren noch, aber die feinen Blutgefäße sind beschädigt

Die Mediziner erklären sich das Phänomen folgendermaßen: Unser Körper verspürt Atemnot, wenn das CO2-Level im Blut zu hoch ist. Bei Covid-19 infiziert das Virus zwar Zellen in den Lungenbläschen. Die ersten Schäden richtet es aber nach aktuellen Untersuchungen in den feinen Blutgefäßen der Lungen an, deren Zellen das Virus vermutlich auch angreift.

Die Konsequenz: Die Lungenbläschen funktionieren noch, CO2 kann über sie abgeatmet werden. Der Patient verspürt keine Atemnot. Da aber die feinen Blutgefäße geschädigt sind, die normalerweise den Sauerstoff aufnehmen, gelangt zu wenig Sauerstoff in den Körper.

Welche Konsequenz hat das für die Behandlung von Covid-19-Patienten? Es könnte sein, dass man länger als bei einer klassischen Lungenentzündung warten kann, bevor man künstlich beatmet. Da die Lungenbläschen erst später geschädigt werden, könnten die Ärzte länger versuchen, zum Beispiel die Atemluft mit Sauerstoff anzureichern, um dem Körper ausreichend Sauerstoff zuzuführen.

Kommt es auch zu schweren Nierenschäden durch das Coronavirus?

Bei vielen Patienten mit einem schweren Verlauf werden auch die Nieren geschädigt, was das Risiko erhöht, an Covid-19 zu sterben. Noch ist unklar, ob das Coronavirus die Nieren direkt angreift. ACE2-Rezeptoren kommen als potenzielle Andockstellen für das Virus auch auf Nierenzellen vor. Und dafür, dass auch das aktuelle Coronavirus die Nieren infizieren kann, gibt es erste Hinweise: Genmaterial des Coronavirus wurde in Nierengewebe gefunden und Forscher konnten das Virus aus dem Urin eines infizierten Patienten isolieren. Ursache für die Nierenschäden kann auch der sogenannte „Zytokinsturm“ eines überreagierenden Immunsystems sein. Außerdem ist bekannt, dass bestimmte Medikamente und künstliche Beatmung die Nieren schädigen können.

Greift das Coronavirus auch Gehirn und Nervenzellen an?

Eines der ungewöhnlichen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus ist der vorübergehende Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Manche Wissenschaftler vermuten daher, dass das Virus die Riechnerven in der Nasenschleimhaut reversibel schädigen kann.

Sie enden am Riechkolben, der schon ein Teil des Gehirns ist und über der Nasenhöhle liegt. Bisher konnte eine Infektion von Nervenzellen aber nur in Tierversuchen nachgewiesen werden und noch dazu nur mit einem schon länger bekannten Coronavirus.

Mediziner finden das Virus im Gehirn

Zurzeit verdichten sich Verdachtsmomente, dass das neue Coronavirus tatsächlich nicht nur unsere Lunge, sondern auch unser Gehirn direkt angreifen könnte. Aufsehen erregte vor Kurzem der Fall eines 24-jährigen Manns in Japan. Bei ihm fanden Mediziner das neue Coronavirus im Nervenwasser des Gehirns, nachdem er mit epileptischen Anfällen ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Auch in Italien hatten einige Covid-19-Patienten vor allem neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstseinsstörungen.

Die Ursache für Entzündungen im Gehirn ist unklar

Diese Symptome könnten aber auch auf eine Überreaktion des Immunsystems bei Covid-19 zurückgehen. Dabei werden Zytokine freigesetzt, die die Blut-Hirnschranke durchlässiger machen. Sie könnten neben anderen Stoffen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben, ins Gehirn gelangen und zu einer Entzündung führen.

Auch das könnte die neurologischen Schäden erklären, die bei manchen Menschen anhalten, obwohl die Lungenentzündung abgeheilt ist.

Besteht eine erhöhte Gefahr von Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie?

Eine Reihe von aktuellen Studien zeigen bei Covid-19 Fällen eine Häufung von schweren Thrombosen, das sind Blutgerinnsel, die Blutgefäße verstopfen, oder Lungenembolien. Diese entstehen, wenn Blutgerinnsel von einer anderen Stelle im Körper – meistens den Beinvenen – vom Blutstrom losgerissen und in die Lunge gespült werden und dort Blutadern verstopfen. Lungenembolien können lebensbedrohlich werden.
Die Blutgerinnung könnte bei Covid-19 Patienten aus mehreren Gründen gestört sein:
  • Der Körper kann als Antwort auf die Infektion durch das Coronavirus mit einer massiven Entzündung reagieren. Auch von anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe weiß man, dass das die Blutgerinnung durcheinander bringen und zu Thrombosen führen kann.
  • Auch Sauerstoffmangel ist ein Risikofaktor für Thrombosen. Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen haben oft eine Lungenentzündung und dadurch meist auch zu wenig Sauerstoff im Blut. Der Sauerstoffmangel erhöht die Neigung, gefährliche Blutgerinnsel zu bilden.
  • Der ACE2-Rezeptor, über den das Virus in Zellen eindringt, befindet sich auch auf Zellen der Blutgefäße. Sie könnten also direkt vom Virus angegriffen werden, was wiederum die Gerinnungsneigung des Blutes erhöht.

Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können durch Blutgerinnsel ausgelöst werden. Bei Covid-19 scheinen viele Patienten davon betroffen zu sein, auch wenn die Datenlage insgesamt noch sehr unsicher ist. Es wird sogar vermutet, dass das Coronavirus das Herz direkt angreift und schädigt. Denn der ACE2-Rezeptor, an den das neue Coronavirus andockt, sitzt auch auf Herzmuskelzellen.

Wie vieles andere bei Covid-19 ist noch nicht bewiesen, dass das Coronavirus das Herz-Kreislauf-System direkt angreift. Mediziner vermuten aber, dass es sich über die Blutgefäße in den ganzen Körper ausbreiten könnte.

Was hat eine Grippe im Vergleich für Folgeschäden?

Es ist aus zwei Gründen schwierig, Covid-19 mit einer klassischen Grippe zu vergleichen: Zum Ersten wissen wir über  Covid-19 noch zu wenig. Fast jeden Tag kommen neue Erkenntnisse dazu und die Zahlen über die Häufigkeit von Folgeschäden schwanken oft sehr stark. Zum Zweiten kann man nicht von DER klassischen Grippe sprechen. Je nachdem, welches Grippevirus sie auslöst, können sich die Symptome und ihre Häufigkeiten unterscheiden. Und auch hier liegen wenige verlässliche Zahlen vor.

Aber genau wie Covid-19 kann die Grippe über die Atemwege und die Lunge hinaus weitere Organe angreifen. Häufig sind Augenentzündungen und Verdauungsstörungen. Darüber hinaus sind vor allem noch der Herzmuskel oder das Gehirn gefährdet. Auch Niere und Leber können in Mitleidenschaft gezogen werden. Was die Todesursache betrifft, ist meistens gar nicht das Grippevirus dafür verantwortlich, sondern bakterielle Sekundärinfektionen, die die vorgeschädigte Lunge angreifen.

Autoren: Ingo Knopf, Mathias Tertilt

Unsere Quellen

Verwandte Themen

16 Kommentare;

  1. Hallo,

    ich habe mich hier schon an verschiedenen Stellen zu der Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 geäußert. Dazu ein paar Links und Kurz-Infos.

    Hier zu der Sterblichkeitsrate (IFR), diese dürfte in D, bzw. Mittel-Europa so um die 1% liegen, (Prof. Drosten sagt 0,9%) d.h. dass im Schnitt bei der jeweiligen Altersstruktur der Gesellschaft
    (D hat mit die älteste, bei jüngeren, wie zB. Afrika, ist daher IFR deutlich geringer, da Junge Menschen seltener an CoVid-19 sterben)
    wie wir sie haben, von 100 Infizierten 1 Mensch stirbt, dass ist PI mal Daumen ca. 10X höher als
    bei Influenza/Grippe (Fallsterblichkeit, also die der offiziell positiv Getesteten in D liegt bei ca. 4%)

    *** Studien zur Übersterblichkeit und zu Todes-/Fall-Zahlen von CoVid-19***
    https://www.quarks.de/gesellschaft/wissenschaft/wie-viele-menschen-sterben-an-corona/#comment-10013

    Hier, in verschiedenen Beiträgen habe ich u.a. den Verlauf der Erkrankung geschildert, aus Ärzte und Patientensicht (noch nicht freigeschaltet), und zu „LongCovid“, d.h. den Langzeitfolgen (Spätfolgen die zu Arbeitslosigkeit, oder Demenz, Schafanfällen führen), und zu CFS (Chronisches Erschöpfungssyndrom) lt. Einer Studie haben 60% der Infizierten CFS, nach 3 Monaten sind 1/3 noch arbeitsunfähig, diese Zahl bezieht sich auf alle Erkrankten, nicht nur auf die schweren Fälle, und auch auf Junge

    https://www.quarks.de/gesundheit/so-lange-braucht-die-entwicklung-eines-coronavirus-impfstoffs/#comment-10069

    https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/so-enden-pandemien/#comment-10078

    Also, kurz gesagt, sich nur an den Todeszahlen zu orientieren, kann zu falschen Schlüssen führen, die Infektion als solche sollte schon möglichst eingegrenzt werden
    Auch wenns noch dauert, aber es sind schon viele aussichtsreiche Impfstoffe vorhanden, und Schnelltests, die die Lage ab Anfang 2021 schrittweise entspannen könnten, was uns droht, epidemiologisch, wenn wir nichts tun, und R weiter steigt, habe ich zb. Hier geschrieben.

    https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/was-fuer-eine-zweite-welle-spricht-und-was-dagegen/#comment-8869

    Ich weiß nicht mehr, wo ich auch das geschrieben habe, aber das SARS-Cov-2 Virus befällt im Körper nach Simulationen am 2.schnellsten Rechner der Erde, der das Programm 1 Woche hat laufen lassen (!) zuerst das Herz, die Gefäße, verändert dann die Zellstruktur in der Lunge, geht auch in Nieren, Darm, Hirn, kann sich im Gehirn vermehren (lt. anderer Studie), daher Gefahr von Demenz, in Jahren, oder Jahrzehnten erhöht, verändert die Blutgerinnung, daher Embolien, Herz- & Schlaganfälle … etc. Steht ja zT auch bei Quarks
    CoVid-19 ist daher keine Lungenkrankheit, sondern systemisch, und daher medizinisch schwer zu bekämpfen.
    Auch reagiert der Körper bei schweren Verläufen mit einer Überreaktion von Abwehrmaßnahmen, die dann selbst zum Tod führen können.
    Es gibt zwar klar Anzeichen und Stimmen in der Medizin, demnach man dies mittlerweile besser behandeln könnte, aber das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs, und zu Sterben bleibt, oder eben von Langzeitfolgen, …bei SARS 1 (2002/3) hat man Jahre später bei den Erkrankten vermehrte Schlaganfälle registriert .. SARS-CoV-2 kennen wir noch nicht so lange, da kann man dies zT nur vermuten, bzw. muss es auch befürchten.

    i.ü. Masken schützen, den Träger und sein Gegenüber, dazu gibts auch zahlreiche Studie, die das belegen!
    Auch Vit. D soll helfen, jedenfalls haben wohl Leute mit entsprechendem Mangel häufiger einen schweren Verlauf, evtl. Spielt auch Zink eine Rolle, wohl auch die Blutgruppe ..

    MfG
    Ludwig

  2. Wie gefährlich ist das Coronavirus?
    Wenn ich mir die Zahlen zur Sterblichkeit anschaue, die vom Statistischen Bundesamt – z.Zt. glaubte ich wöchentlich- gemeldet werden, kann dem Coronavirus keine Gefährlichkeit bescheinigt werden, denn es gibt bei dieser angeblichen Pandemie weniger Tote als im letzten Jahr, merkwürdig oder?
    Kann mir diese Tatsache jemand erklären?
    Viele Grüße
    Heinz

    1. Eine Erklärung der Experten (u.a. vom RKI) dafür ist: Durch die Maßnahmen (die viele Menschen auch Ende Februar-Anfang März aus Angst selbst schon vor dem „Lockdown“ ergriffen haben), wurde es auch der Grippe und anderen Infektionskrankheiten, an denen sonst mehr Menschen sterben, sehr schwer gemacht. Es ist wie immer bei der Prävention: Man sieht leider im Nachhinein nicht genau, wie viel Leid man durch die Präventionsmaßnahmen verhindert hat…

      1. Hallo Quarks,
        danke für die schnelle Antwort, die man aber auch gegensätzlich auslegen könnte, nämlich so, dass man im Nachhinein genau sieht wieviel Leid durch die Maßnahmen geschaffen wurde. So langsam würde es Zeit, dass Politik und Medien sich die gemachten Fehler eingestehen und zugeben, dass man sich geirrt hat, dann müssten die Zwangsmaßnahmen sofort eingestellt werden. Arbeitslosigkeit, Existenzängste, Grundgesetzverletzungen und eine maßlose Überschuldung müssen wir in Kauf nehmen, nur weil einem zweifelhaften Test große Aufmerksamkeit geschenkt wird, der keine Krankheit aufzeigt und noch nicht einmal eine Zulassung hat. Dem RKI und der WHO kann nicht mehr geglaubt werden, diese Institutionen lagen doch schon bei Vogel- und Schweinegrippe völlig falsch und haben die Bevölkerung unnötig in Angst und Schrecken versetzt. Warum die Politik solche Berater nicht austauscht muss andere Gründe haben, Frau Merkel und ihr Gefolge, auch die öffentlichen Medien scheinen von großzügigen Sponsoren beeinflusst zu werden. Leider gehören Sie, das Quarks- Team, auch dazu, können nicht frei und unabhängig berichten, schade und sehr traurig.

        1. Hallo (voll-)Heinz,
          scheinbar hast du keine Familie oder Menschen um dich, die du liebst… das ist traurig. -Und auch keinen lieben Menschen verloren durch/mit den Coronavirus, denn sonst könntest du so einen gequirlten Müll nicht in unsere Welt hinaus schreiben! Demnach gehörst du auch zu den unvernüftigen Leuten, die an Demonstrationen (ohne Abstand und Mundschutz) teilnehmen und damit alle gefährden und eine zweite Welle unnötig provozieren. Genauso wenig wie die Leute, die beim einkaufen z.B. wenn ich an der Käsetheke stehe, von hinten, auf 20cm an dir vorbei greifen müssen, weil sie die 15 Sekunden nicht abwarten können, bis ich mich für meinen Käse entschieden habe. Häää??? Nur weil „ihr“ jetzt keinen Bock mehr auf Corona habt, ist dass Virus doch nicht weg!!! Was soll das? Ich persönlich verstehe das nicht! Lieber tot als keinen Kontakt zu irgendwem? -Vielleicht will keiner einen Kontakt zu euch, weil ihr so unvernünftig seid.
          Natürlich kann ich deine Existenzängste sehr gut nachvollziehen, denn das betrifft uns doch alle… -und dennoch habe ich für meine Familie (Ehemann Krebskrank), große Angst, wenn alles wieder „normal“ laufen soll. Ich arbeite in einer Grundschule und so wie es aussieht, soll nach den Sommerferien (Bayern) kein Abstand mehr eingehalten weden, damit die Eltern, wieder „arbeiten ohne Kindergenerve“ können… Viele arbeiten allerdings nicht.

          1. Hallo Anonym?,
            schade dass Ihnen meine geschriebenen Zeilen nicht gefallen.
            Sie passen wunderbar in die jetzt, durch die Corona- Maßnahmen ausgehebelte, neue Demokratie, indem Sie Kritikern über den Mund fahren, beleidigen und diffamieren weil Ihnen keine Argumente einfallen.
            Unvernünftig kann nur jemand sein, der den öffentlichen Medien und Politikern blind vertraut und sich nicht einmal die Mühe macht, unvoreingenommen darüber nachzudenken was in unserem Land gerade passiert. Uns werden die Grundrechte genommen, Kinder in Schulen mit Masken vergewaltigt, Demonstrationen verboten usw.
            Es geht doch nicht um ein Virus, es geht um Macht und Geschäft, denn sonst wäre der Hype längst vorbei. Eine Pandemie ohne Kranke, ohne Tote nur ein Test der, wenn er positiv ausfällt, jemanden zum Erkrankten machen kann für diesen Wahnsinn nicht verantwortlich gemacht werden. Der uns zugefügte Schaden ist noch nicht abschätzbar, wird aber wohl in die Billionen gehen und Sie finden das richtig???
            Das ist meine Meinung und mein Recht für Frieden, Freiheit und Wahrheit.

          2. Da komme ich dank der Maßnahmen leider nicht mehr hin, um mich selbst davon zu überzeugen, in wie weit die Berichterstattung zutrifft. Wenn man für Deutschland keine Erklärungen mehr findet, muss das Ausland herhalten, etwas unseriös oder?
            Wir wissen, dass in den USA eine „Coronabehandlung“ im Krankenhaus dreimal so hoch vergütet wird als ein anderer Infekt, da kann man sich vorstellen warum es dort möglicherweise mehr Tote in Folge von Falsch- oder Überbehandlungen gibt.
            Spanien möchte EU- Gelder genau wie Italien, da kommt eine Krise gerade recht, wir haben es gesehen, es hat funktioniert und sie bekommen das Geld.
            Meins Erachtens ist alles logisch zu begründen und braucht dazu kein Killervirus.

  3. Eine weiterhin ungeklärte Frage ist, ob bestimmte Medikamente möglicherweise das Risiko erhöhen, anCoViD-19 zu erkranken. Denn das Einfallstor für die Coronaviren ist ein ACE-2 genanntes Protein auf der Membran unserer Körperzellen. Das Vorhandensein bzw. die Menge der ACE-2 Moleküle hängt stark mit einem anderen, sehr wichtigen und eng verwandten Protein namens ACE (ohne „-2“) zusammen.

    Viele Medikamente, die vor allem alten Menschen verschrieben werden (z.B. Blutdrucksenker aus der Gruppe der Angiotensine und ACE-Hemmer, manche Schmerzmittel und entzündungshemmende Substanzen) haben eine direkte oder indirekte Auswirkung auf das ACE/ACE-2 System.

    Im Tierexperiment hat sich gezeigt, dass die Verabreichung von ACE-Hemmern und Angiotensinen die Anzahl der ACE-2 Moleküle auf der Zellmembran um den Faktor 3-5 erhöhen kann. Bei Krankenhauspatienten konnte allerdings nicht bestätigt werden, dass diese Medikamente den Verlauf der Krankheit negativ beeinflussen. Es besteht also Forschungsbedarf.

    Auffällig ist ja, dass CoViD-19 derzeit vor allem ein Problem der Industrienationen ist. Wenn man von Südafrika einmal absieht, verzeichnen Mediziner aus Afrika weit geringere Mortalitäten (case fatality rates) als ihre Kollegen in Europa oder Nordamerika.

    Auch beim nahe verwandte MERS-Virus gibt es ein geographisches Phänomen. Das Virus ist in ganz Afrika vorhanden, da es von Kamelen (Dromedaren) verbreitet wird. Dennoch sind MERS-Erkrankungen in Afrika praktisch unbekannt. MERS-Fälle sind bisher fast nur in Saudi Arabien, den Emiraten, Jordanien und dem Iran aufgetreten und von dort durch Reisende in der Welt verteilt worden.

    Vielleicht hängt dieses Muster ja damit zusammen, dass bestimmte moderne pharmazeutische Präparate nicht überall verfügbar sind?

    Quellen:
    https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanres/PIIS2213-2600(20)30116-8.pdf
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7184165/
    https://journals.physiology.org/doi/abs/10.1152/ajpheart.00217.2020
    https://www.ajtmh.org/content/journals/10.4269/ajtmh.20-0474
    https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/25/9/19-0143_article

    1. Danke für deine interessanten Ergänzungen und Fragen! Dazu können wir ad hoc aber nicht viel sagen, außer: es bleibt abzuwarten, was künftige Studien zu der ACE(-2)-Thematik aussagen werden…

      1. Interessant in diesem Zusammenhang:
        Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie (mit rund 7000 repräsentativen Teilnehmern) haben 57% Bewohner der Slums von Mumbai Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet. Die Zahl der Coronatoten war dort aber anscheinend „sehr gering“, obwohl man unter den gegebenen hygienischen Verhältnissen und bei minimaler medizinischer Versorgung eigentlich das schlimmste befürchten musste.
        https://bit.ly/39SxrOz

    2. Mit jedem Gedanken mehr über Afrika entdecke ich mehr Ahnungslosigkeit an mir und empfinde Vergleiche zunehmend absurd.
      Afrika, Südamerika und Australien liegen auf der Südhalbkugel – dort erwacht gerade der Frühling.

      In Afrika Viren an Toten nachzuweisen wird sicher seltener praktiziert – wie zählt man bspw. eine Koexistenz von HIV und Covid-19

      Neigt ein Immunsystem noch zu lebensbedrohlicher Überreaktion, wenn dem Terror von schlechtem Wasser und Malaria ausgesetzt ist?

      Die schreckliche Vorstellung von Typhus und Legionellen im Wasser unserer Senioreneinrichtungen, umherschwirrenden Malaria-Mosquitos in der Luft, Schimmelgiften und sorglos eingesetzte Pestizide im Essen… ja, reduziert gedanklich drastisch die Anzahl an Corona-Toten – und zwingt mich, den angsterfüllten Gedanken zu verwerfen und beschämtes Mitgefühl den uns so fremden Verhältnissen in Afrika zu empfinden.

  4. Unser beste Abwehr ist unser Immunsystem. Das Virus ist da und man muss damit leben, so normal wie möglich!
    Im Winter 2017/2018 starben laut RKI 25000 Menschen und im Winter 2012/2013 20000 Menschen trotz Impfung (Quelle RKI) an der Grippe. Ich denke, dass man mit dem Virus so normal wie möglich leben muss. Deshalb redet man manchmal von einer Grippe-Welle. Jedes Jahr sterben tausende Menschen an der Grippe, mal mehr mal weniger (Quelle RKI, PDF Tabelle, Auflistung der jährlichen Sterblichkeit an der Grippe).

  5. „Gleichzeitig versucht unser Körper, die Viren zu bekämpfen, in dem er eine Entzündungsreaktion startet.“

    Das ist falsch. Eine Entzündung ist immer die Folge der Abwehrreaktion, nicht umgekehrt.

    „In schweren Fällen leiden die Patienten an Atemnot und können an einer Lungenfibrose sterben.“

    Eigentlich sterben die Leute an den Folgen der Fibrosen, mit deinen Asthmatiker und COPD-Patienten ebenfalls zu tun haben. Das wichtigste habt ihr übrigens vergessen: Fibrosen alleine führen schon zu Herzschäden und Krebs.

    https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenfibrose/auswirkungen-folgeerkrankungen/

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Mehr Wissen:

deus: