Warum Kabinenluft gefährlich sein kann

Wenn Fliegen krank macht...

Warum Kabinenluft gefährlich sein kann

"Fume events" im Flugzeug – klingt lässig. Ist aber für Personal wie Passagiere gleichermaßen gefährlich.

31. Oktober 2018

Das ist mir aber noch nie passiert?

Die Häufigkeit liegt vermutlich bei ca. 1/2000 Flügen. Die Wahrscheinlichkeit ist für einen Durchschnittsbürger daher relativ gering, so etwas zu erleben. Bei Flugpersonal hingegen und auch bei einigen Vielfliegern steigt die Wahrscheinlichkeit.

Wie kommen Fume events zustande?

Die Kabinenluft für das Flugzeug stammt aus den Turbinen. Die so genannte „Zapfluft“ wird vor Eintritt in die Brennkammer entnommen. Die Luft wird dabei verdichtet. Das ist nötig, weil die Außenluft ansonsten viel zu kalt wäre. Bei hohen Belastungen der Triebwerke kann es aber dazu kommen, dass die dortigen Dichtungen nicht völlig einwandfrei abdichten. So können Schmieröle verdampfen und die enstehenden Dämpfe gelangen mit in die Kabinenluft.

Meistens bleibt das unbemerkt, es kann aber auch höher konzentriert in der Kabinenluft vorkommen. Dann spricht man von „fume events“, bei denen dann ein deutlicher Geruch oder aber sogar Rauch im Flugzeug vorliegt. Manchmal mussten die Piloten sogar Atemmasken tragen.

Kritik an EASA-Studie

Die jeweils vorkommenden Stoffe besitzen gefährliche Eigenschaften. Die European Aviation Safety Agency gibt jedoch die Einschätzung ab, dass die Atemluft im Flugzeug sicher ist. Die EASA-Studie hat jedoch nicht einmal 100 Flüge untersucht – auf diesen Flügen sind keine „fume events“ aufgetreten. Insofern wird die Studie kritisiert, dass sie eben nicht diese Ereignisse mit den auftretenden Symptomen kausal in Verbindung bringen kann.

In den USA ist das hierzulande „aerotoxische Syndrom“ benannte Problem als Krankheit bei Kriegsveteranen anerkannt, gleiches gilt für Großbritannien. Auch hier lag das Problem darin, dass die Stoffe einzeln untersucht wurden. Die Schäden treten aber  höchstwahrscheinlich durch das Zusammenspiel der Chemikalien auf.

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