Drucker: So gefährlich sind sie wirklich

Drucker stoßen haufenweise Kleinstpartikel aus. Bildrechte: Bank Phrom/ Unsplash

Luftbelastung

Wie gefährlich sind Drucker im Büro?

Laserdrucker pusten nicht nur Mengen an Feinstaub durch den Raum, sie stoßen auch toxische Schwebeteilchen aus. Aber gefährdet das die Gesundheit?

1. Oktober 2018

Darum müssen wir drüber sprechen:

Drucker stoßen große Mengen Kleinstpartikel aus

Husten, Schwindel, Kopfschmerzen – Feinstaub ist nicht nur ein Problem auf deutschen Straßen. Gefahrenquellen befinden sich auch in den Innenräumen. Gerade dort ist die Luftbelastung laut Umweltbundesamt oftmals viel höher als draußen. Schuld daran sind unter anderem Kerzen, Toaster – und Drucker.

Seit rund 20 Jahren melden immer mehr Menschen und behandelnde Ärzte Fälle, die von Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz berichten und in den Kopierern und Laserdruckern den Schuldigen sehen. Da heutzutage viele Menschen sowohl zuhause als auch auf der Arbeit mit den Geräten arbeiten, ist die potentielle Risikogruppe groß.

Seitdem haben viele unterschiedliche Studien versucht herauszufinden, welche gefährliche Partikel sich im Raum verteilen und wie sie auf den menschlichen Körper wirken. Im Fokus stehen neben ultrafeinen Staubpartikeln, die kleiner als 100 Nanometer sind, so genannte flüchtige organische Verbindungen. Sie stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Ebenso diskutieren Wissenschaftler Konsequenzen für die Atemwege und Effekte auf die Zellteilung und mögliche Krebsfolgen.

Aber:

Der endgültige Nachweis für gesundheitliche Folgen ist schwer

Eine höhere Belastung an Feinstaub, das scheinen die meisten Studien einheitlich zu belegen, liegt bei den meisten Druckern, inklusive modernen 3D-Druckern vor. Bis zu 200 Milliarden ultrafeine Staubpartikel werden so pro Minute in die Raumluft gepustet.

Beim Laserdruck treten durch hohe Temperaturen außerdem Verbindungen wie Benzol oder Styrol auf — selbst dann, wenn der Drucker lediglich eingeschaltet ist. Es gibt aber unterschiedliche Studien dazu, ob die Emissionsbelastung wirklich gesundheitlich bedenklich ist oder nicht.

Besonders schwer ist es, die Symptome und Beschwerden einzelner Personen auf eben genau diese Ursache zu beziehen. Grundsätzlich können bei Untersuchungen am Arbeitsplatz auch andere Emissionsquellen in Frage kommen. In einer Studie der Technischen Universität München hat man Probanden 75 Minuten lang vor Drucker in Betrieb gesetzt. Zwar sind einzelne medizinischen Messwerte, etwa von Antikörpern und anderen Zellbeständen, angestiegen, die Wissenschaftler sehen darin aber keine gesundheitliche Relevanz.

In vielen Studien zeigen sich Symptome, die auch mit dem so genannten „Sick-Building-Syndrome“ assoziiert sind, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Vor allem Menschen in Großbüros und in klimatisierten Räumen haben derartige Beschwerden gemeldet. In der Mehrheit der Studien konnten Klimaanlage oder Drucker jedoch nicht als alleinige Schuldige ausgemacht werden. Ebenso ist ein Rückschluss bei Rauchern nur schwer möglich, denn kleinste Partikel könnten auch aus den Zigaretten stammen.

In einer umfangreichen Untersuchung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durchgeführt hat, kam man letztlich zu dem Schluss, dass ein mögliches Gesundheitsrisiko durch Drucker nicht ausgeschlossen werden kann. Für wirklich überzeugende Ergebnisse wären Studien mit Tausenden von Probanden nötig. Bislang sind solche Studien nicht geplant.

Für moderne 3D-Drucker fand eine US-Studie des Illinois Institute of Technology im Auftrag der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC heraus, dass schlechte Geräte 20-mal mehr Ultrafeinstaub verursachten als emissionsarme Drucker. Die Unterschiede führen die Forscher etwa auf die Konstruktion, aber vor allem auf das genutzte Ausgangsmaterial zurück. Häufig sind das so genannte PLA- und AMS-Kunststoffe. Letzteres sorgt laut der Studie jedoch für eine erhöhte Belastung mit dem möglicherweise krebserregenden Styrol.

Und jetzt?

Für ausreichend Belüftung sorgen

Grundsätzlich besteht also ein Risikopotential durch Drucker. Die vorliegenden Studien weisen aber mehrheitlich darauf hin, dass die Gesundheit der meisten Menschen nicht akut gefährdet ist.

Bei Fällen, in denen die Betroffenen Personen neben Kopierern arbeiteten, die täglich tausende Seiten Drucken, ist das Risiko entsprechend größer. Den Drucker in einen separaten Raum zu stellen, behebt das Problem auf einfache Art. Eine ausreichende Lüftung hilft, die Partikelbelastung zu minimieren.

Je geschlossener die Geräte und je gründlicher und häufiger die Wartung, desto geringer ist das Risiko. Das Siegel „Blauer Engel“ weist auf möglichst hohe Umwelt- und Emissionsstandards hin.

Bei 3D-Druckern ist vor allem wichtig, ob das Gerät über einen geschlossenen Bauraum verfügt und emissionsärmere PLA-Kunststoffe nutzt.

Autor: Mathias Tertilt

1 Kommentar

  1. ch kenne nur die Gefahr eines Druckers im Büro, ich habe es noch nie gedacht, dank dieser Tatsache werden viele Menschenleben gerettet. Wenn Sie jedoch einen Druckertreiber benötigen, damit Ihr Drucker ordnungsgemäß funktioniert, habe ich einen Blog, in dem Sie die richtigen Treiber für Ihren Drucker finden: https://www.printscandriver.com/

    Vielen Dank.

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