Was passiert, wenn der Golfstrom noch langsamer wird?

Umwelt

Was passiert, wenn der Golfstrom noch langsamer wird?

Der Golfstrom ist deutlich schwächer geworden – wohl wegen des Klimawandels. Kommt jetzt eine neue Eiszeit? Nein. Aber schwächelt er weiter, spüren wir die Folgen deutlich.

16. September 2020 | 15 Kommentare

Der Golfstrom ist nicht mehr, was er einmal war

Der Golfstrom spielt eine große Rolle für das Klima, das wir in Europa haben. Eigentlich treiben Winde und andere Kräfte das Wasser aus dem Atlantik vom Golf von Mexiko Richtung Norden. Dabei strömt warmes Wasser Richtung Europa.

Der Golfstrom bewegt dabei 30-mal mehr Wasser als alle Flüsse der Welt zusammen. Gerade deshalb sorgen sich Forschende um zwei Beobachtungen: Erstens hat sich unser Planet seit 1900 durchschnittlich um rund ein Grad erwärmt, im Nordatlantik aber, wo der Strom normalerweise warmes Wasser hinbringt, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die niedrigsten Temperaturen seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen gemessen. Zweitens hat sich die Strömung des Golfstroms im 20. Jahrhundert so sehr verlangsamt wie seit 1000 Jahren nicht.

Die langsamere Strömung kommt vermutlich dadurch zustande, dass in Grönland durch schmelzendes Eis immer mehr Süßwasser ins Meer fließt. Süßwasser hat eine andere Dichte als salziges Meerwasser und schwimmt demnach oben. Wenn sich das Verhältnis verschiebt, dann ändert sich auch das Strömungsverhalten des Golfstroms.

Niemand kann die Folgen abschätzen

Der Golfstrom ist ein wichtiger Teil des Klimas, da er viel Wasser und Wärme über den Atlantik transportiert. Wenn sich an diesem Prozess etwas verändert, dann ändern sich alle dazugehörigen Prozesse von den Subtropen bis zur Arktis.

Für uns Nordeuropäer und Nordeuropäerinnen garantiert der Golfstrom vor allem ein mildes Klima. Schwächt er sich nun weiter ab, dann könnte dies zu extremeren Wetterereignissen führen. Forschende schließen dann auch keine Hurricanes mehr aus, die wir bislang nur auf dem amerikanischen Kontinent beobachten.

Schon seit den 1980er-Jahren warnt die Forschung vor einer Abschwächung des Golfstroms. Allerdings fehlen nach wie vor belastbare Daten, vor allem, weil es erst seit 2004 ein kontinuierliches Monitoring im Atlantik gibt. Die Messungen zeigen zwar eine Abschwächung, aber die Messreihe ist noch viel zu kurz, um wirklich belastbare Schlüsse bezüglich der Klimaveränderung daraus ziehen zu können.

Es häufen sich Hinweise darauf, dass der Golfstrom, beziehungsweise das komplette Golfstromsystem, immer schwächer wird. Deshalb hat der Weltklimarat, der Intergovernmental Penal on Climate Change (IPCC), vergangenes Jahr in einem Sonderbericht zu den Ozeanen erstmals diese Abschwächung als mögliches Phänomen erwähnt.

Die neueste Entdeckung ist eine messbare Abschwächung des sogenannten Floridastroms, ein Zubringer des Golfstroms. Dieser und seine Stromkraft werden seit 1982 kontinuierlich gemessen und die Messwerte zeigen: So schwach wie in den letzten vergangenen Dekaden war der Floridastrom noch nie.

Dennoch fehlen weitere Daten, denn erst aus langjährigen Beobachtungen lassen sich verlässliche Schlüsse ziehen. Bis dahin schauen Forscher weiter mit einem besorgten Auge auf den Golfstrom.

Autorinnen: Vanessa Reske und Annika Witzel

15 Kommentare;

    1. Wieso das denn? Wir sagen, es könne starke Auswirkungen und Veränderungen auf unser kontinentaleuropäisches Klima haben: „Für uns Nordeuropäer und Nordeuropäerinnen garantiert der Golfstrom vor allem ein mildes Klima. Schwächt er sich nun weiter ab, dann könnte dies zu extremeren Wetterereignissen führen. Forschende schließen dann auch keine Hurricanes mehr aus, die wir bislang nur auf dem amerikanischen Kontinent beobachten.“
      Aber kein Meteorologe oder keine Klimaforscherin kann dir genau sagen „Am 25.3.2035 wird es in der Rheinebene einen Hurrikan geben“. Das ist eben nicht möglich, beziehungsweise nur recht kurzfristig.

      1. Stimme zu, der Artikel beantwortet die Frage nicht. Auch ohne Lesen dieses Artikels ist vielen, die über die Google Suche auf den Artikel stoßen, klar, dass es zu Veränderungen und Wetterextremen kommt. Welche aber konkret, beantwortet der Artikel weder für die Erde noch für einzelne Länder. Die Artikel ÜBERSCHRIFT impliziert aber wie Clickbait auf Youtube, hier würden konkretere Folgen genannt.

      2. Ihr habt Recht, man kann nicht genau sagen, was die konkreten Folgen sein werden. Genau das möchten aber alle wissen, vor allem, wenn sie diese Überschrift lesen 😉

  1. „Niemand kann die Folgen abschätzen“ ist die Überschrift dieses Beitrags und niemand widerspricht.
    Dennoch hat jeder seinen persönlichen Beitrag gepostet in der Hoffnung, die Leser zu beeindrucken. Schade, dass wir die Bewertung der Messergebnisse und daraus resultierende Prognosen nicht der Wissenschaft überlassen.

  2. Sehr geehrte Leser, leider wird diese Verschwörungstheorie über Verlangsamung des Golfstroms, der bald zum Stillstand kommt und nur mehr Labradorsee ereichen wird, zu schmerzenden Tatsache. Ob wir CO2 vermeiden, oder die Forscher Temperaturen messen und Weltklimarat Sonderberichte schreibt, stört das Vorhaben des Golfstroms nicht, auch nicht das Süßwasser der Gletscher ist schuld, sondern durch Temperaturanstieg des äußeren Erdkerns durch Elektrifizierung ist die Erhitzung des Oberen Erdkerns entstanden. Die Folgen sind sehr leicht abzuschätzen, beziehungsweise genau zu prognostizieren und zu berechnen. Als ich mich ca. im Jahre 2005 mit der Auswirkung der Elektrizitätsabnahme der Haushalte und Industrie auf die Funktion der Erde beschäftigte, erkannte ich, wie zwischen dem amerikanischen und europäischen Kontinent, Energien fliesen, die nach den Satellitenaufnahmen immer Richtung der Kontinente, vor allem dann rückten, wo der Elektrizitätsverbrauch der Uferzonen stärker war. Das Ergebnis der Studie war, dass die elektrische Leitungen dem Wasser wie einem Kondensator die Wärmeenergie abzieht. (Bilder und Daten stehen zur Verfügung). Die gleiche Wirkung übt die Elektrizität auf die Erdkruste dessen innere Temperatur in die Höhe steigt und das Erdinnere bis zum Erdkern kühlt aus. Das Dilemma ist, dass wir zurück in die Zeit vor der Industrierevolution nicht zurückkehren und auf die Elektrizität nicht verzichten wollen und nicht möchten. Es gibt leider keine Einrichtung, die sich mit den Fragen des Golfstroms im Verbindung mit dem sich tauschendem Erddipol, der gerade zur der gleichen Zeit das Erdinnere schwächt, und niemand will sich mit der auskühlenden Wirkung der Elektrizität auf den Erdkern aus vielen Gründen beschäftigen. Daher müssen wir in den kommenden Jahren, aber spätestens Jahrzehnten, mit neuer Vereisung eines neuen Nordpols rechnen; – bis ca. Norddeutschland (Permafrostgrenze), Austrocknung Europas (bis auf höhere Lagen und Gebirgszonen), Begrünung Mittelafrika (Sahara und Vergrößerung der Debo– See). Wie wir den Polwechsel der Erde und die Elektrifizierung unter einen Hut bringen, und Millionen Menschen das Überleben ermöglichen, hängt ab von vielen physikalischen Versuchen, die bisher niemand angestrebt hat. (Bilder und Daten stehen jedoch zur Verfügung). Leider werden wir, wie es zur Zeit aussieht, wie Hr. Robert Schmid meint, sogar die Atomkraftwerke dringend brauchen. Was wir aber essen werden, soll die „Verschwörungstheorie“ klären.
    J.K. Äon

    1. Nur damit wir das richtig verstehen: Du sagst, interkontinentale elektrische Leitungen hitzten die Erdkruste auf und kühlten so das Erdinnere aus. Das sei auch der Grund für die Verlangsamung des Golfstroms und „Bilder und Daten stehen zur Verfügung“. Dürfen wir diese Daten (doch sicherlich peer-reviewte Studien) mal sehen?

    2. Habe selten einen solchen Unsinn gelesen …
      Bitte die Daten zur Verfügung stellen und Quellen nennen. Ansonsten ist das hier nur reiner Humbug!!!
      Außerdem gibt es keine transatlantischen oder interkontinentalen Stromleitungen — die Datenleitungen sind etwas ganz anderes …

    3. Moin Äon (Eon gesprochen 😉
      sehr lustig *grins*, vielleicht hilft uns ja ein Alu-Hut …
      Gemäß der Theorie sind Sie von vielen Widerständen umgeben.
      Gruß Martin

  3. Offensichtlich haben wir Klimawandel, und offensichtlich verlangsamt sich auch der Golfstrom. Eine dauerhafte Eiszeit wird es wohl bei uns im Norden nicht geben, aber sehr chaotische Wetterverhältnisse (Hurricanes, Hagel- und Schneestürme, Dauerregen, extreme Dürre, Hitzewellen) wobei warme sehr feuchte Luftmassen aus dem Süden sich gegen kältere hart abarbeiten werden, sie werden sich periodisch abwechseln und das Heranwachsen und die Ernte landwirtschaftlicher Produkte unmöglich machen (zerstören). Die Folge wird weltweit Hunger sein, da auch am viel zu heißen Äquator nicht mehr gelebt und geerntet werden können wird. Wir müssen JETZT sofort heraus aus dem CO2-Emmitieren, bevor es zu spät ist. Es ist machbar, aber da sollten auch die Klimaleugner sich auf den richtigen Seiten weiterbilden und mitmachen. Gehen Sie nicht Leuten auf den Leim, die nur ihr veraltetes Geschäftsmodell retten wollen oder an die Macht möchten und daher dreiste Lügen verbreiten.

  4. Also liebe Leser. Bisher wissen wir soetwas nicht und daher empfinde ich dieses Eiszeitgerede erstmal als eine Art Verschwörungstheorie. Wenn es kälter werdne sollte, passiert das wie auch das wärmer werden jetzt nicht von 0 auf 100 und wir werden halbwegs darauf reagieren können (im Gegensatz zu jetzt?). Den Klimawandel kann man tatsächlich nachweisen, die vermeintlich drohende Eiszeit nicht. Insgesamt ist mir aber- naiv formuliert- eine Eiszeit lieber als eine „Heißzeit“ mit Waldbränden, Stürmen und Dürre/Wassermangel.

  5. Ich denke,dass wir jetzt gerade die Auswirkung des Verlangsammen des Golfstroms sehen. In den vergangenen Jahrzehnten kam durch Atlantikwetter schon mal Schnee,der aber nie lange blieb, weil die Luft viel zu warm war. Doch in diesem Winter hat sich das geändert. Ich denke wenn sich das mit dem Verlangsammen des Golfstroms noch verschärft , dann steuern wir auf eine Eiszeit zu. Darum bin ich der Meinung,dass wir für die Zukunft alle Kraftwerke die wir haben noch dringend brauchen werden . Egal ob Kohle, Gas,oder Atomkraftweke, wir werden sie zum Überleben brauchen.
    Gruß Robert Schmid

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Annika Witzel: Im Medienkosmos am liebsten online und im Radio unterwegs. Die Fragen "Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum?" stellt sie von klein auf bei jedem Thema – egal ob es um den Nacktmull oder Atomkraft geht.